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Die Sanierung des Stahlkonzerns harzt. Das Management agiert Aktionären zu zögerlich. Immerhin: Über den Weg sind sich die Streithähne einig.
Unter Präsident Jens Alder (Bild) harzt die Sanierung. Peter Spuhler fordert härtere Schnitte.
Salvatore Vinci / 13 PhotoBei Swiss Steel, einst als Schmolz & Bickenbach bekannt, rumort es gewaltig: fast eine Milliarde Franken Schulden, trübe Aussichten, die Sanierung zieht sich in die Länge wie früher eine Miss-Schweiz-Wahl. Diverse Medien berichteten bereits, dass Grossaktionär Peter Spuhler, der 20 Prozent hält, gern ein schnelleres und konsequenteres Vorgehen sähe – und dass in diesem Punkt alle Augen auf den Konzernpräsidenten Jens Alder gerichtet sind. Er gilt als Vertrauter des grössten Aktionärs, Amag-Eigner Martin Haefner, der 33 Prozent besitzt, pocht aber laut Insidern auf seine Rolle als «unabhängiger» Präsident.
Kaum bekannt ist, dass der einschlägige Sanierungsplan «SSG 2025» (SSG für Swiss Steel Group) als solcher nicht umstritten ist.
Er stammt von CEO Frank Koch, der «SSG 2025» nach seinem Amtsantritt Mitte 2021 verfasste. Vorgesehen sind der Verkauf dreier Werke in Frankreich, die bisher die Konzerntochter Ascometal betreibt, und die Restrukturierung der Tochter Deutsche Edelstahlwerke; Letztere soll 350 Arbeitsplätze einsparen. Weitere kleine Massnahmen sind geplant, die Cash bringen sollen, aber keine materiellen Einschnitte bedeuten. Swiss Steel beschäftigt rund 10 000 Mitarbeiter.Spuhlers Leute halten den Plan, das Geschäft zu fokussieren und Konzernteile abzustossen, grundsätzlich für sinnvoll, aber nicht mehr für ausreichend – und vor allem das Management für zu zaghaft in der Umsetzung. Insbesondere bei der deutschen Tochter brauche es härtere Schnitte – das bestätigen Konzernkader, die eine konsequentere Gangart befürworten.
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