Abo
Bildung

Die Ikone HSG bröckelt

Die HSG tickt noch immer anders als andere Hochschulen. Aber ist sie auch immer noch besser? Ein Blick hinter die Kulissen einer Elite-Universität.

Erik Nolmans

Die HSG bröckelt (Bilanz 05/21 - Titelgeschichte) Illustration

Die HSG machte in den letzten Jahren mit allerlei Skandalen von sich reden. Nun steigt der politische Druck auf die Organisation. Gelingt der neue Anlauf an die Spitze?

Peter Pan

Es sind manchmal kleine Dinge, die zeigen, wie eine Organisation tickt. Mitte März war es, als die Studentinnen und Studenten in einer Urabstimmung über die gendergerechte Umbenennung ihrer Studentenschaft in «Studierendenschaft» zu befinden hatten – und dies überraschenderweise mit 53,3 Prozent ablehnten. Männiglich rieb sich die Augen, denn die traktandierte Umbenennung schien eine reine Formalität zu sein, schliesslich haben alle anderen Schweizer Universitäten sie längst beschlossen.

Doch die HSG ist eben etwas anders als andere Universitäten. Man fügt sich nicht so einfach dem Zeitgeist, sondern geht den eigenen, den HSG-Weg, der schliesslich auf langen Traditionen fusst. Dies sei nicht als Zeichen gegen die Inklusion aller Geschlechter zu sehen, sagt Mertcem Zengin, Präsident der Studentenschaft, sondern widerspiegele vielmehr «den hohen Stellenwert und die historische Verankerung der Marke SHSG Studentenschaft auf dem Campus der Universität».

Die studentische Welt in St. Gallen tickte schon immer etwas anders, und dies schon seit der Gründung der Hochschule für Handel, Verkehr und Verwaltung im Jahre 1898. Vor rund 30 Jahren wurde sie in Universität St. Gallen unbenannt, die Abkürzung HSG wurde beibehalten. Hier studiert man stets ein bisschen härter, ist stets ein bisschen ehrgeiziger. Nicht die ausgelatschte Birkenstock-Sandale, sondern der rahmengenähte Lederschuh prägt das Image der Eliteuni.

Über die Autoren
Erik Nolmans
Erik Nolmans
Erik Nolmans

Werbung