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Die Frau an der Spitze der Schulthess Klinik

Die Spitalchefin Andrea Rytz macht vor, wie man mit optimierten Abläufen Kosten spart

Spitalchefin ­Andrea Rytz wirbelt mit ihrem Führungsstil und Ehrgeiz Staub auf, nicht nur intern.

Iris Kuhn Spogat

Portrait von Andrea Ryth, vor schwarz-weiss gestreifter Wand.

Andrea Rytz (50) ist seit sieben Jahren oberste Chefin der Schulthess Klinik in Zürich.

Dan Cermak für BILANZ

Die Boots in Schlangenlederoptik sind das Erste, was ins Auge sticht, das Klack-Klack ihrer Absätze das erste Hörbare von Andrea Rytz. Sie kommt grossen Schrittes den langen Korridor entlang, ein Lachen auf dem Gesicht, die Hände zum Gruss ausgestreckt. «Schön, sind Sie da», sagt sie, macht rechtsumkehrt, «gehen wir in mein Büro.»

Rytz ist Direktorin der Schulthess Klinik in Zürich. Ihr Büro befindet sich in der obersten Etage, sie hat freien Blick auf den Zürichsee. Abgesehen von Lage, Dimension und Aussicht herrscht aber Askese. Einbauschränke und Wände sind weiss wie Arztkittel. In der einen Ecke steht ein Konferenztisch, in einer anderen ein Pult, daneben eine hüfthohe USM-Haller-Kombination. Darauf das einzige Deko-Stück: eine Qlocktwo, die die Zeit in Worten anzeigt: «Es isch füf ab elfi.»

Hinweise auf den Menschen Rytz gibt es keine. Alles ist aufgeräumt und weggesperrt. Wegen des Besuchs? «Nein», sagt sie, «ich kann nicht arbeiten, wenn nicht aufgeräumt ist», und fügt an, «wenn ich nicht da bin, ist mein Büro zudem offen für alle, die den Platz brauchen.» Gerade war sie drei Monate weg, auf Weltreise mit ihrem Mann. Von ihrem Job hat sie sich abgekoppelt, «es gab kein WhatsApp, keine E-Mail, kein Anruf mit geschäftlichem Inhalt weder zu noch von mir».

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Iris Kuhn Spogat

Iris Kuhn-Spogat

Iris Kuhn-Spogat

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