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Peter Diethelm und Mario Irminger wollen die Produktionsbetriebe auf Effizienz trimmen und das Sortiment straffen.
Peter Diethelm (l.) und Mario Irminger wollen, dass sich die Migros-Industrie in Zukunft voll auf die Bedürfnisse der eigenen Supermärkte ausrichtet. Das war bisher zu wenig der Fall.
Dan Cermak für BILANZDie Vanilleglace mit dem Seehund, das orange Handy-Spülmittel oder die Tourist-Schokolade: Viele Eigenmarken der Migros sind ikonisch. Oft steckten sie seit Jahrzehnten in der gleich aussehenden Verpackung. Die Industriebetriebe der Migros sind für Schweizer Verhältnisse riesig: Fast sechs Milliarden Franken Umsatz erzielen sie, von der Hühnerschlachterei bis zum Waschmittelproduzenten. Der Multi Nestlé erreicht im Vergleich dazu in der Schweiz Einnahmen von unter zwei Milliarden Franken.
Doch Grösse allein reicht nicht. Die neuen Migros-Chefs Mario Irminger und Peter Diethelm sind mit den hauseigenen Betrieben unzufrieden. Sie wollen nicht nur das Kerngeschäft der Supermärkte auf mehr Effizienz trimmen, sondern auch in der Industrie aufräumen. «Wir müssen die Industrie straffen und vereinfachen. Sie soll wieder zu alter Stärke zurückfinden», sagte Migros-Chef Mario Irminger im Gespräch mit BILANZ im August. Dies zu erreichen, sei ein wichtiger Teil seiner Aufgabe. Irminger ist im Mai angetreten.
Kein Zufall: Industrie-Chef Armando Santacesaria hat jüngst seinen Rücktritt bekannt gegeben. Es sei nun der richtige Zeitpunkt, die Geschicke der Migros-Industrie «für die kommende Entwicklungsphase» in neue Hände zu übergeben, sagte er laut Medienmitteilung. Irminger ist dort voll des Lobes für Santacesaria. Dieser habe die Industriebetriebe näher an das Supermarktgeschäft herangeführt und die Produktivität erhöht.
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