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Boom durch Boomer

Die Hörgeräte-Branche will den Kundenkreis verjüngen

Die Branche wächst bequem dank Hochaltrigen. Eine junge Kundschaft um die 60 soll der Branche zusätzlichen Schub verleihen. Hörhilfen werden zum Gadget.

Erich Bürgler, Redaktor BILANZ - fotografiert im September von Paul Seewer für BILANZ

Retailer mit eigener ProduktionNeuroth verkauft Hörgeräte aller ­Hersteller. Den Teil, der dafür sorgt, dass das Gerät bequem im Ohr sitzt, produziert die Firma selber.

Retailer mit eigener Produktion: Neuroth verkauft Hörgeräte aller Hersteller. Den Teil, der dafür sorgt, dass das Gerät bequem im Ohr sitzt, produziert die Firma selber.

PD

Ein Lifestyle-Accessoire sollte es werden: das Hörgerät. Darauf hofft die Branche schon seit über zehn Jahren – vergebens. Im Gegensatz zur Brille hat es die Hörhilfe nie geschafft, dem Stigma zu entkommen. Sei es Verdrängen oder ein gewisses Schamgefühl: Nur ein Bruchteil derjenigen, die eigentlich ein Hörgerät benötigen, besitzt tatsächlich eines. Nun schöpft die Branche neue Hoffnung. Viele der Babyboomer kommen in ein Alter, in dem das Gehör merklich nachlässt. Diese Generation ist an technischen Gadgets interessiert. Das eröffnet der Industrie einen neuen Zugang zu einer Zielgruppe mit einem beträchtlichen Potenzial.

Nicht dass es der Branche generell an Nachwuchs fehlen würde. Allein schon die demografische Entwicklung spiele der Branche in die Hände, sagt die auf Life Sciences spezialisierte Vontobel-Analystin Sibylle Bischofberger. «Die älter werdende Bevölkerung sorgt für ein stetiges Marktwachstum von drei bis fünf Prozent.» Das Tempo nimmt zu. Laut Schätzungen der UNO wird sich die globale Bevölkerung im Alter von über 60 Jahren bis zum Jahr 2050 voraussichtlich verdoppeln.

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Erich Bürgler, Redaktor BILANZ - fotografiert im September von Paul Seewer für BILANZ
Erich Bürgler
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