Guten Tag,
Keine Hochschule in Europa produziert mehr Start-ups, keine schafft mehr Wert. Doch auf ein Google oder Facebook aus Zürich wartet man vergeblich. Bisher.
Halle des ETH-Hauptgebäudes an der Rämistrasse in Zürich.
Dan Cermak für BILANZIrgendwie klingt es fast ein bisschen unanständig: Es blubbert, es surrt, es spritzt, dann setzt sich Proteus in Bewegung. Langsam gleitet der 42 Kilo schwere Roboter unter die Wasseroberfläche, sinkt kontrolliert Richtung Grund des Zürichsees. Seit vier Jahren arbeiten Jonas Wüst und seine sechs Kommilitonen an der Unterwasserdrohne. Mitstudent Florian Kümin lenkt Proteus von Land aus mit einem Joystick, den man von Computerspielen kennt.
Via Datenkabel sendet der Roboter auf die Steuerkonsole, was seine Kameras und Sonare erkennen. Proteus kann aber auch autonom navigieren, etwa um die Gegend unter Wasser zu kartografieren, und weicht dabei Hindernissen wie Stegpfeilern oder Bojenseilen aus.
Eines Tages, so träumt Wüst, wird dieses Vorgehen Standard sein und den Froschmann ersetzen. «Wir wollen Tauchen sicherer machen, indem wir die Tauchzeit von Menschen minimieren», sagt der Maschinenbauer. Sein Plan: ein Start-up zu gründen, um die von seinem Team an der Eidgenössisch Technischen Hochschule (ETH) Zürich entwickelte Technologie zu vermarkten.
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