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Die Burger-Meisterin

Die Chefin von McDonald’s Schweiz eröffnet fleissig neue Filialen

Länderchefin Lara Skripitsky expandiert und setzt bei Neuheiten auf herzhafte Burger statt vegane Alternativen.

Erich Bürgler, Redaktor BILANZ - fotografiert im September von Paul Seewer für BILANZ

KlassikerLara Skripitsky weiss, was die Kundschaft von McDonald’s ­erwartet: frische Pommes. Auch Swissness auf der Menükarte kommt gut an.

Klassiker: Lara Skripitsky weiss, was die Kundschaft von McDonald’s erwartet: frische Pommes. Auch Swissness auf der Menükarte kommt gut an.

Boris Müller für BILANZ

Lara Skripitsky brauchte Durchsetzungskraft, um den Uber-Fahrer zu überzeugen, sie an ihr Ziel zu bringen. Er kannte die neu eröffnete McDonald’s-Filiale im Stadtzentrum von Zug noch nicht und bestand stattdessen darauf, sie für einen Burger ins nahe gelegene Baar zu chauffieren. 

Bei all den Neueröffnungen kann man den Überblick schnell verlieren. Denn die McDonald’s-Schweiz-Chefin setzt auf Expansion. Der grösste Gastronomiebetreiber des Landes will jährlich etwa sieben neue Ableger eröffnen. Denn trotz des viel thematisierten Trends hin zu gesunder Ernährung bekommen die Schweizerinnen und Schweizer offenbar nicht genug von Burgern und Fries. «In vier bis fünf Jahren dürften wir auf gegen 220 Restaurants kommen», sagt Skripitsky. Heute sind es 183.

Als Länderchefin des US-Fast-Food-Riesen hat die Kanadierin Skripitsky mehr Freiheiten als bei anderen internationalen Konzernen üblich. Auf der Speisekarte gesetzt sind Klassiker wie der Big Mac oder die Chicken McNuggets. Ansonsten variiert das Menü. Der McRaclette beispielsweise ist eine Schweizer Winterspezialität, und vorwiegend lokal sind die Lieferanten. Knapp 90 Prozent der Zutaten kommen aus der Schweiz. Rindfleisch-Patties von Bell, Raclettekäse und Milch für Desserts von Emmi, Pommes frites von der Fenaco-Tochter Frigemo und der Speck von der Liechtensteiner Malbuner. Der Burgerbrater ist für diese Firmen ein bedeutender Kunde, der Wachstum bringt. So stieg allein der Bedarf an Speck zuletzt um 25 Prozent. Lara Skripitsky freut das. «Wie viele in Kanada liebe ich Speck. Es ist toll zu sehen, dass auch die Schweizerinnen und Schweizer auf den Geschmack kommen.» Ein Wermutstropfen ist dagegen das morgendliche Essverhalten der Schweizer Kundschaft. Während in Kanada und in vielen anderen Ländern schon ab 6 Uhr eine breite Palette an Frühstücksvariationen auf der Karte steht – vom Egg McMuffin bis zum Chicken Breakfast Wrap –, konsumiert die Klientel hierzulande am Morgen eher selten Fast Food. Frühstück bieten nur ausgewählte Filialen an, besonders dort, wo zahlreiche Touristen vorbeikommen. Offenbar holen viele Schweizer ihr Frühstück eher in der Bäckerei. Daher öffnen die Restaurants oft erst um 10 Uhr.

Über die Autoren
Erich Bürgler, Redaktor BILANZ - fotografiert im September von Paul Seewer für BILANZ

Erich Bürgler

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