Guten Tag,
In der Not setzt die gebeutelte CS auf einen Bankveteranen, der nicht unbedingt als mitreissender Motivator gilt. Warum Ulrich Körner dennoch die beste Chance für die Bank seit Langem darstellt.
KRISENERPROBT Zusammengezählt fast 25 Jahre war er in Diensten der Grossbanken CS und UBS. Nun erstmals als oberster Chef.
Joseph Khakshouri für BILANZDer Mann weiss, was es heisst, durchzuhalten und Staub zu schlucken: 2013 ist er die Rallye Peking–Paris gefahren, 12'247 Kilometer, über Schotterwege und Wüstenstrassen, durch die Mongolei bis nach Europa, absolviert in seinem Oldtimer-Porsche, einem 911er, Jahrgang 1972, Schmuckstück seiner Sammlung von Porein, von denen er über ein Dutzend besitzt. In der Wüste Gobi nächtigte er bei Minustemperaturen, er stellte jeweils das Zelt auf, während sein Mitfahrer, der Oldtimer-Garagist Hans Füglistaler, am Auto werkelte.
Einen langen Atem wird Ulrich Körner (59), frisch gekürter CEO der Credit Suisse, auch für seine neue Aufgabe brauchen. Denn die Grossbank ist in einer der grössten Krisen in ihrer 166-jährigen Geschichte, die Kassen sind nach Milliardenverlusten leer, das Image ist infolge einer Reihe von Skandalen beschädigt, der Aktienkurs am Boden, die Belegschaft verunsichert – die Transformation wird zur Mammutaufgabe. «Ich habe die Aufgabe nicht gesucht», sagt Körner, «ich freue mich jetzt aber darauf, der Bank, mit der ich mich sehr verbunden fühle, auch etwas zurückzugeben.»
Am 27. Juli gab die CS den Wechsel auf dem CEO-Posten bekannt. Wenn auch nicht völlig unerwartet, so doch vom Zeitpunkt her überraschend, denn noch wenige Wochen zuvor hatte Verwaltungsratspräsident Axel Lehmann dem arg kritisierten Vorgänger Thomas Gottstein explizit das Vertrauen ausgesprochen.
Werbung