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Wie Stadler-Rail-Patron Spuhler seine erste Krise managt

Peter Spuhler ist die Kühlerfigur des Werkplatzes Schweiz. Doch zuletzt litt seine Stadler Rail unter einer Pechsträhne.

Dirk Ruschmann

Bilanz 08/2020 Mann des Monats Peter Spuhler

Peter Spuhler im Sitzungszimmer seiner PCS Holding in Frauenfeld: Nun, da er wieder CEO ist, arbeitet er wieder mehr im Stammwerk Bussnang.

Gian Marco Castelberg

Das Ende kam schleichend und doch mit einem Knall. An einem Freitag Mitte Mai, Peter Spuhler und Thomas Ahlburg waren auf einer gemeinsamen Dienstreise in ihr Produktionswerk Berlin-Pankow, beschlossen der Patron und sein CEO das Ende ihrer Arbeitsbeziehung. Seit Monaten hatte es in der Konzernleitung der Stadler Rail gekriselt, schon im November bei einer extraterritorialen Sitzung in den Bergen sei es ziemlich laut geworden, sagt einer, der dabei war.

Im Berlin-Flieger soll es dann Ahlburg gewesen sein, der aussprach, was beide längst wussten: So macht es keinen Sinn mehr. Eine zackige Scheidung folgte – fünf Tage später die entscheidende Sitzung des Verwaltungsrats, am Folgetag kommunizierte Stadler die Trennung offiziell, wie üblich mit Verweis auf «Differenzen bei der strategischen und organisatorischen Weiterentwicklung». Zuvor hatten Spuhler und Ahlburg ihre Vertrauten im Kader per Telefon informiert.

Noch im März, bevor sich ein Virus namens Corona über die Schweiz hermachte, hatten wir Spuhler und Ahlburg zum gemeinsamen Gespräch getroffen. Die Fragen lagen auf der Hand: Wie teilen sie sich, der langjährige Patron und sein oberster Operativer, Anfang 2018 zum Konzernleiter befördert, seitdem die Arbeit auf? Lässt Spuhler Ahlburg machen? Wenn ja, was genau? Und was macht er selber mit den mutmasslichen Mengen an neu gewonnener Freizeit?

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Dirk Ruschmann

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