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Berufswelt

Arbeitswelt der Zukunft: Jobs im Wandel

Der Einsatz von digitalen Technologien hat schon heute Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: Immer häufiger wird der Mensch durch die Maschine ersetzt. Doch es gibt auch Potenzial für neue Berufe.

Lukas Rohner

Taxifahrer und Chauffeure
In diesem Beruf sehen die Zukunftsperspektiven schlecht aus. Bereits heute entwickeln Google und andere Fahrzeughersteller autonome Transportmittel.
pennuja/flickr/CC
Verkaufsangestellte im Detailhandel
Selfscanning und Informationsplattformen machen Verkaufsberater sowie ein Grossteil der Detailhandelsangestellten überflüssig.
avlxyz/flickr/CC
Anwaltsassistenten
IBM hat mit Watson ein Computerprogramm geschaffen welches durch künstliche Intelligenz auch komplexe Sachverhalte richtig lösen kann.
BALLCOM_Agentur/flickr/CC
Personal am Empfang oder Auskunft
Künftig können Fragen von Computer beantwortet werden. Die Interaktion kann wie «Siri» auf dem Smartphone ganz natürlich erfolgen.
avlxyz/flickr/CC
Kreditsachbearbeiter
Computerprogramme können die unterschiedlichen Informationen schneller und genauer auswerten. In Zukunft wird es jedoch Berufe geben wie: ...
pennuja/flickr/CC
Privatsphäre-Manager
Die Experten unterstützen Menschen und Unternehmen dabei, ihre Daten-Hoheit zurückzugewinnen. Sie befreien für ihre Kunden auch Daten, die sich in Geiselhaft von Institutionen und Medien befinden und helfen ihnen, persönliche Spuren im Internet und bei den Suchmaschinen zu ändern oder zu löschen.
UofSLibrary/flickr/CC
Supervisor für künstlicher Intelligenz
Um sicherzustellen, dass alles rund läuft überwachen Supervisoren für künstliche Intelligenz die ultra-smarte Software und Roboter. Nötigenfalls werden die Systeme auch gleich korrekt konfiguriert.
Highways Agency/flickr/CC
Offline-Therapeut
Der Informations-Diät-Berater zeigt Menschen auf, wieviel sie digital zu sich nehmen können, um nicht zu Informationsjunkies zu verkommen. Andererseits hemmen sie die ständige Furcht etwas zu verpassen (die sogenannte «Fear of Missing Out» / FoMO).
Utenriksdept/flickr/CC
Social-Graph-Analytiker und Branded Story Designer
Künftig müssen Unternehmen mit attraktiven Inhalten sich von den anderen Informationsangeboten abheben um eine Beziehung zu ihren Kunden aufzubauen. Die heutigen Marketing-Fachleute werden zu Branded Story-Designern.
exploringdata.github.io
Virtueller Reiseleiter
Reisen ist spannend, kostet aber Zeit und Geld. Nicht alle Reiselustigen verfügen über beides. Künftig kann man ganz bequem von zu Hause aus die Welt dreidimensional erleben. 
weisserstier/flickr/CC
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RMS

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An fast jeder Supermarktkasse der Schweiz zeigt sich ein Bild, das in die Zukunft weist: Auf der einen Seite sitzen die Kassierer hinter den Transportbändern und ziehen die Produkte über den Scanner, während vor ihnen die Kunden warten. Auf der anderen Seite Selbstzahl-Stationen. Dort bedient der Kunde den Scanner selbst und zahlt am Automaten.  Zahlt der Kunde selbst, braucht es keine Kassierer mehr. Es reicht ein Aufseher, der den Kunden zur Seite steht, wenn sie Fragen haben. Der Job des Kassierers ist also, langfristig betrachtet, vom Aussterben bedroht. Der Job des Supervisors dagegen hat Zukunft.

Nach der industriellen erfolgt die digitale Revolution: Dass Technik Arbeitsabläufe ereichtert, dadurch Jobs überflüssig macht und zugleich neue Tätigkeiten schafft, ist ein altes Phänomen. Neu ist aber, mit welcher Geschindingkeit sich dieser Wandel vollzieht und wie komplex die Tätigkeiten sind, die in Zukunft Computer übernehmen können.

Intelligente Software, Roboter und digitale Assistenten

«In Europa sind bis zu 65 Prozent aller heutigen Jobs gefährdet», sagt der Basler Zukunftsforscher Gerd Leonhard. Intelligente Software, Roboter und digitale Assistenten können einfache Aufgaben mit höherer Präzision und Geschwindigkeit ausführen. Die Veränderung wird durch die rasche Weiterentwicklung und den Preiszerfall im Technologie-Sektor angetrieben.

Der Zukunftsforscher misst den intelligenten Systemen und der Informationsverarbeitung eine hohe Bedeutung bei. Der Wandel zur Informationsgesellschaft verändert die Anforderungen an die Arbeitnehmer. «Die Hälfte der Berufe, die es im Jahr 2030 geben wird, ist noch nicht erfunden», sagt Leonhard voraus. In einigen Bereichen zeichnet sich ihre Bedeutung schon ab: Die Datenschutz-Diskussionen der jüngsten Zeit lassen ahnen, wie wichtig der Bereich in Zukunft sein wird. Immer mehr Informationen – auch sehr persönliche – stehen online zur Verfügung. Darum könnten schon bald Privatsphäre-Manager bei der Verwaltung der eigenen Daten assistieren. Sie sind auch eine Anlaufstelle, falls Nutzer unerwünschte digitale Spuren verwischen möchte.

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Zukunftstechnologien sind da

Die Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz sind dabei noch nicht abzuschätzen. Schon heute realisieren Firmen wie Google und IBM Projekte, die unseren Alltag stark verändern könnten. Findige Entwickler des Internetgiganten bauten ein fahrerloses Auto. Im Quizduell konnte das Computerprogramm Watson von IBM seine menschlichen Gegner schlagen.

Der Informatikprofessor, Joachim Buhmann von der ETH Zürich, sieht vor allem Programmen die Zukunft, die lernen können – ähnlich wie das Gehirn. Buhmann ist überzeugt: «Diese Technologie erweitert unsere kognitiven Fähigkeiten.»

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