Ob H&M, Mango, Vero Moda, Zara oder Esprit: In der Schweiz zahlen Kunden bis zu ein Drittel mehr für das gleiche Kleidungsstück - und das, obwohl weniger Abgaben anfallen als im Ausland.
Karen Merkel-Gyger
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Mode-Label im Preisvergleich mit dem Ausland: Bei Vero Moda ist der «Zuschlag Schweiz» am kleinsten - 16 Prozent zahlen Kunden hierzulande mehr als in Deutschland, Italien, Frankreich oder Österreich.RMSZara-Konkurrent Mango legt schon mehr drauf: Bis zu einem Viertel mehr müssen Schweizer Konsumenten aufbringen.
KeystoneRMSDer schwedische Moderiese H&M dreht die Schraube noch höher: 28 Prozent teurer sind die identischen Kleider in der Schweiz im Vergleich zu den Nachbarn.
BloombergRMSDer Modekonzern Esprit hatte in den letzten Jahren mit schwächelndem Ergebnis zu kämpfen. Das in Kalifornien gegründete Unternehmen mit Sitz im deutschen Ratingen verlangt bis zu 36 Prozent mehr.
BloombergRMSÜber ein Drittel mehr verlangt Zara, das Aushängeschild vom spanischen Textilriesen Inditex: 39 Prozent mehr zahlen Schweizer Kunden.
flickr/Daniel LoboRMS
Herr und Frau Schweizer zahlen mehr für das gleiche Kleid als ihre Nachbarn: Der identische Artikel von H&M, Mango, Vero Moda, Zara oder Esprit kostet hierzulande rund 30 Prozent mehr als etwa in Deutschland oder Österreich. Das hat die Plattform Preisbarometer.ch errechnet.
Dabei sind die Unterschiede zwischen den Herstellern auch noch einmal happig. Vor allem bei Zara müssen die Kunden tief in die Tasche greifen: Das spanische Modelabel schlägt rund 39,1 Prozent drauf, andere nehmen weniger.
Höherer Preis trotz niedriger Mehrwertsteuer
Kleidung ist in der Schweiz dabei teurer als im Ausland, obwohl weniger Abgaben anfallen: Der Mehrwertsteuersatz von acht Prozent in der Schweiz ist mehr als zehn Prozentpunkte niedriger als in Italien, Österreich, Frankreich oder Deutschland. «Die höheren Preise in der Schweiz sind unbegründet», sagt Sara Stalder, Geschäftsleiterin der SKS. «Hier wird klar die stärkere Kaufkraft der Schweiz abgeschöpft.»
Die Schweiz hat deutlich mehr zur Verfügung: Im Frühjahr sagte die Gesellschaft für Konsumforschung GfK hierzulange eine Kaufkraft von 37'234 Euro je Einwohner voraus. Österreich und Deutschland dagegen liegen zwischen unter 22'000 Euro. Bei den Preisen liegt die Schweiz aber noch weiter vorn: Sie ist laut einem Ranking der Weltbank das teuerste Land der Welt. Auch wenn die Schweizer im internationalen Vergleich also recht viel Geld ausgeben können – der Einkauf kommt sie oft auch teuer zu stehen.
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Auch Wintersportartikel teurer
Das kritisiert auch die SKS. «Die hiesigen Händler werden einem Preisdiktat der Mutterkonzerne unterworfen. Diese verlangen von Schweizer Einkäufern per se mehr», sagt Stalder. Und so müssten die höheren Preise an den Endkunden weitergegeben werden. Auch Wintersportartikel sind in der Schweiz teurer. Der Franzose bezahlt 16 Prozent weniger, der Österreicher immerhin noch drei Prozent.
Dafür fahren die Schweizer günstiger, sobald es um Elektronik geht: Hier schlagen zum einen die Unterschiede bei der Mehrwertsteuer stärker durch. Vor allem aber wirkt sich hier der freie Wettbewerb im Internet aus: Gegenüber Deutschland und Frankreich ist der Unterschied nicht so stark, doch in Italien nehmen Onlinehändler wie Amazon 38 Prozent mehr wie für die gleichen Artikel in der Schweiz.
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Schwarz und Grau sind bei der H&M-Kollektion von Alexander Wang die dominierenden Farben.RMSDie Kollektion des Star-Designers ist betont sportlich und beim schwedischen Mode-Riesen H&M in ausgewählten Shops weltweit erhältlich.RMSSelbst die Accessoires, die auf den Kampagnenfotos zu sehen sind, kann man kaufen.RMSAlexander Wang entwarf auch Kleider für die H&M-Linie.RMSUnd auch für Männer ist in der Kollektion etwas dabei.RMSWie zum Beispiel Jacken, die im Dunkeln fluoreszieren.Bilder: H&MRMS