Von den Präsidenten von Syrien und Argentinien bis zum Premierminister von Island: Die Panama Papers zeigen, wie hunderte Politiker in das Offshore-Geschäft in Panama verwickelt sind. Diese Mächtigen tauchen in den Unterlagen auf: RMS Bidzina Ivanishvili (60), Premierminister von Georgien von 2012 bis 2013Der Georgier steht auch im Mittelpunkt der jüngsten Credit-Suisse-Affäre in Genf. Ein Bankangestellter hat den Premier um Millionen geprellt. RMS Lionel Messi (28), Fussballstar von Barcelona
Der mehrfache Weltfussballer wird in den Unterlagen der «Panama Papers» als Begünstigter einer Offshore-Firma geführt, von der die spanische Staatsanwaltschaft bisher nichts wusste. Messi ist in einen Steuerhinterziehungsskandal involviert, bei dem es Spuren in die Schweiz gibt. RMS Wladimir Putin (63), Präsident von Russland seit 2012Putins Familienfreund und Taufpate seiner Tochter, Sergej Roldugin, ist in den Daten. Dieser ist auch Cellist. Auf ihn gingen Darlehen in Millionenhöhe über, offenbar ohne Gegenleistung. Er erhielt Zugriff auf Aktienpakete eines milliardenschweren russischen Rüstungskonzerns. Die Fäden laufen bei der Gazprombank Zürich zusammen. RMS Bashar al-Assad (50), Präsident von Syrien seit 2000
Zwei Cousins des syrischen Präsidenten tauchen in den Unterlagen auf. Die Brüder Rami und Hafez Makhlouf stehen heute wegen ihrer Rolle bei Assads gewaltsamen Vorgehen ganz oben auf den internationalen Sanktionslisten. RMS Mauricio Macri (57), Präsident von Argentinien seit 2015Der frischgewählte Präsident Argentiniens, sein Vater Francisco und sein Bruder Mariano waren die Direktoren von Fleg Trading Ltd., 1998 eingetragen in den Bahamas, im Januar 2009 aufgelöst. RMS Salman ibn Abd al-Aziz (80), seit 2015 König von Saudi-ArabienDer saudische König spielte eine Rolle in der Firma Safason Corporation SPF S.A. von Luxemburg. RMS Sigmundur Gunnlaugsson (41), Premierminister von Island seit 2013Gunnlaugsson und seine Frau sollen Anleihen von mehreren Millionen Euro an den drei grössten isländischen Banken besessen haben, die im Herbst 2008 in Folge der Finanzkrise zusammenbrachen. RMS Petro Poroschenko (50), Präsident der Ukraine seit 2014Der ukrainische Präsident liess mitten im Krieg eine Briefkastenfirma gründen. In den Unterlagen taucht auch noch Pawlo Lasarenko auf – der Premierminister der Ukraine von 1996 bis 1997. RMS Husni Mubarak (87), Präsident Ägyptens von 1981 bis 2011Sein Sohn Alaa Mubarak taucht in den Daten als Besitzer einer Firma auf. Briefkastenfirmen gelten auch als grossartiges Vehikel, um Erbschaften am Fiskus vorbeizuschleusen. RMS Chalifa bin Zayid Al Nahyan (68), Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate seit 2004Der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Khalifa, war laut den Daten der Besitzer von mehreren Briefkastenfirmen. RMS Xi Jinping (62), Staatspräsident der Volksrepublik China seit 2013Der Schwager des amtierenden Präsidenten hat Beziehungen zur Anwaltskanzlei, aus der die geleakten Daten stammen. Aus China erwähnt werden in den Unterlagen ausserdem Li Xiaolin, Tochter des Ex-Premiers Li Peng, Jasmine Li, Enkelin eines Ex-Partei-Führungsmitglieds und Patrick Henri Devillers, Geschäftspartner von Gu Kailai, der Ehefrau des ehemals hochrangigen Politikers Bo Xilai. RMS Jackie Chan (61), Filmstar aus Hongkong
Der Hollywood-Star soll mindestens sechs Unternehmen besitzen, die von Mossack Fonseca verwaltet werden. Beweise, dass Chan diese für illegale Zwecke missbraucht hat, gibt es nicht, so wie auch bei den meisten anderen. Briefkastenfirmen können auch legal verwendet werden und können zur Steueroptimierung durchaus sinnvoll sein.Bilder: Keystone RMS