Abo
Nach dem CS-PUK-Bericht

Die Reinwaschaktion der Marlene Amstad

Wie sich die Finma-Präsidentin vom Rücktrittsdruck befreite – mit harten Bandagen und Unterstützung des SVP-Lagers.

Dirk Schütz

Finma Amstad
Kettensprengerin: Finma-Präsidentin Marlene Amstad (M.) mit dem applaudierenden Ex-Finanzminister Ueli Maurer (o.l.) und dessen staunender Nachfolgerin Karin Keller-Sutter. Matthias Schardt / Kombinatrotweiss für BILANZ
Der Bericht war noch nicht erschienen, da kam schon die erste Rücktrittsforderung. Die Finma-Präsidentin Marlene Amstad müsse abtreten, forderte der Bankenpersonalverband am 19. Dezember, einen Tag vor der offiziellen Vorstellung des lange angekündigten Untersuchungsberichts der Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) zum CS-Aus. Drei Tage zuvor hatte der «Blick» bereits grossflächig auf der Frontseite getitelt: «Nur Finma-Chefin muss um Job zittern.» Zumindest zierte den Artikel ein fast schon jugendliches Bild der Präsidentin – ohne die markante schwarze Hornbrille.
Zwei Tage nach dem Erscheinen des Berichts sah auf einmal alles anders aus. Rücktrittsforderungen gab es keine mehr, stattdessen führte die «NZZ am Sonntag» Amstad in ihrer Wohlfühlrubrik «Die beste Woche hatte …» Es war eine kommunikative Meisterleistung der Sonderklasse –zwei Tage vor dem Fest Amstads schönstes Weihnachtsgeschenk.
Über die Autoren

Werbung