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Missoni: Die Zickzack-Prinzessin

Margherita Maccapani Missoni war Schauspielerin und Model. Jetzt entwirft die Erbin die Zweitlinie Missoni Mare und Accessoires.

Patricia Engelhorn

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Margherita Missoni: Β«Ich konnte ja nicht gleich Kreativdirektorin werden.Β» RMS

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Die Missonis waren schon immer ein Weiber-Clan: Rosita, die GrΓΌnderin, inzwischen ΓΌber 80 Jahre alt, mischt noch munter mit, Angela ist der kreative Kopf und die Leiterin der Marke. Und nun sie: Margherita, 29 Jahre jung, schΓΆn und Erbin eines MilliardenvermΓΆgens. Gerade hat sie den Rennfahrer Eugenio Amos geheiratet, zur Edelzigeunerhochzeit sind VIPs aus aller Welt angereist. Nun will sie Kinder bekommen, und zwar so schnell wie mΓΆglich.
Wie sie das mit ihren neuen Aufgaben bei Missoni verbinden kann, ist noch nicht klar. Dass sie es tun wird, ist sicher: Β«Unser Familienunternehmen folgt dem altmodischen Haus-und-Hof-ModellΒ», erklΓ€rt sie, Β«alle wohnen nah beieinander, und jeder macht mit.Β» Die Familie lebt und arbeitet in Sumirago, gut 50 Kilometer nΓΆrdlich von Mailand, unweit der Schweizer Grenze. An freien Wochenenden fΓ€hrt Margherita mit ihrem Mann bis nach Ascona, wo sie nahezu unerkannt im Restaurant Seven abendessen kann.
Freie Wochenenden sind freilich selten geworden. Nach Lehr- und Wanderjahren in New York, Paris und Rom, unzΓ€hligen Partys und gesellschaftlichen Verpflichtungen ist Margherita Missoni heimgekehrt und hat die Gestaltung der Accessoires sowie der Zweitlinie Missoni Mare ΓΌbernommen. Β«Ich empfinde das Unternehmen Missoni als etwas, das zu mir gehΓΆrtΒ», sagt sie. Β«Meine Grosseltern und Eltern haben es aufgebaut, unser Leben steckt darin.Β» Seit einem Jahr entwirft sie lΓ€ssige Strandkleider in Missoni-typischer Farbenpracht und Ringe mit schweren Steinen, die jede Frauenhand zart wirken lassen. Dass sie sich zunΓ€chst an NebenschauplΓ€tzen betΓ€tigt, sieht sie pragmatisch: Β«Ich konnte ja nicht gleich Kreativdirektorin werden. Die Accessoires waren bei uns eher unterentwickelt, da gab es Handlungsbedarf.Β»

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Zielstrebig. Es ist eher ihre Mutter, die ihr den Chefsessel zutraut: Β«Margherita hat diese unglaubliche Leidenschaft fΓΌr das GeschΓ€ft und fΓΌr Mode, sie wΓ€re perfekt.Β» Angela Missoni steht seit 1996 an der Spitze des Unternehmens, sie weiss, was das bedeutet: Β«In der Mode muss man jung und stark sein, sonst hΓ€lt man dem Druck nicht stand.Β» Ihre Tochter wirkt zwar wie ein unbekΓΌmmertes Blumenkind, doch der Eindruck tΓ€uscht. Sie weiss genau, was sie will. Im Moment mΓΆgen das Bambini sein, doch Insider geben ihr bestenfalls zwei Jahre, bis sie den Applaus auf dem Laufsteg entgegennehmen wird.

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