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Technik

Luxushandy: «Businessfrauen wollen das Porsche-Feeling»

Porsche Design und Huawei bringen zum zweiten Mal ein Luxushandy auf den Markt - für 1499 Franken. CEO Jan Becker erzählt, warum Kunden so viel Geld für ein mattschwarzen Handys auf den Tisch legen.

Karen Merkel-Gyger

Huawei hat in München sein neustes Premiumhandy präsentiert: das Huawei Mate 10. Der chinesische Hersteller unterscheidet dabei zwei Versionen...
...das Mate 10 und das Mate 10 Pro. Das Mate 10 Pro ist die Variante mit mehr Speicherplatz (128 GB) und technischem Aufwand.
Es ist das Gerät, das zuerst in der Schweiz erhältlich ist. Ab 20. November liefert Swisscom, ab 1. Dezember der übrige Elektronikhandel. Das Gerät kostet 799 Franken.
Die 256-GB-Version in Zusammenarbeit mit Porsche Design kostet stolz 1499 Franken.
Die Porsche Edition von vorne. Die Designsparte des Sportwagenbauers hat im Vorjahr mit Huawei das erste Mal eine Luxusedition herausgegeben. Mehr als 100'000 Stück wurden verkauft. Jetzt folgt die zweite Edition.
Die Präsentation am Montag in München zeigte Huaweis Ambitionen.
Konzernchef Richard Hu führte durch die Präsentation und betonte immer wieder, auf welchem hohem Niveau die Geräte von Huawei sich bewegten. Dabei scheute er auch nicht den offenen Vergleich mit der Konkurrenz - in mehreren Beispielen zeigte er, wo nach Standpunkt von Huawei Apple und Samsung schlechter abschneiden.
Ein besonderes Feature ist die Dual-Kamera, die in Kooperation mit dem deutschen Traditionshersteller Leica entsteht.
Huawei hat nochmals in die Wertigkeit seiner Premiumsmartphones investiert: Das Mate 10 Pro verfügt jetzt über ein OLED-Display.
Ein Vergleich zeigt die Verbesserungen vom Vorgänger zum jetzigen Model.
Ein neuartiger Chip («Kirin 679») verwendet erstmals AI, um bereits bei der Fotografie durch Bilderkennung zu unterstützen. Die Kamera kann 13 verschiedene Motive unterscheiden und somit optimiert fotografieren. Zum Beispiel: das Gericht auf dem eigenen Teller. Oder, ganz wichtig...
... Aufnahmen von Katzen oder wahlweise Hunden.
Auch schwierige Aufnahmen wie Gegenlichtfotografien oder...
...Nachtaufnahmen sollen dabei besser gelingen.
Erster Schnelltest der Kamera: Motiv erkannt.
Der Bildstabilisator sorgt dafür, dass auch pfeilschnelle Objekte sauber abgebildet werden, wie Huawei anhand einer Karerra-Bahn demonstriert.
Der Display soll dabei eine besonders nahtlose Darstellung der Fotografie ermöglichen.
Gimmick: Der Bildschirmhintergrund passt sich der Tageszeit an.
Fast zeitgleich zur Lancierung des Mate 10 wird Android 8.0 Oreo herausgebracht, die neuste Version des Android-Betriebssystems. Google habe bei der Entwicklung eng mit Huawei zusammengearbeitet, heisst es von einem Verteter des Suchmaschinenriesen bei der Lancierung.
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RMS

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Anfang der Woche hat Huawei sein neues Flagship-Gerät lanciert: das Mate 10 Pro. Es bietet Premiumqualität zum vergleichsweise kleinen Preis: In der Schweiz kostet es 799 Franken. Viele Nutzer schätzen eben dies an den Smartphones von Huawei: dass selbst die High-End-Geräte günstig bleiben. Doch Huawei kann auch anders: Mit der neuen Serie hat der chinesische Hersteller auch ein Handy für stolze 1499 Franken lanciert.
Wer so viel hinblättert, erhält ein Handy der Porsche Edition – ein Luxus-Smartphone in limitierter Auflage, das beim Preis sogar das iPhone X übertrifft. Für das Geld bekommt der Nutzer das Mate Pro 10 im mattschwarzen Porsche-Design inklusive integriertem Logo auf dem Handyrücken. Ausserdem bietet das Gerät doppelt so viel Speicherplatz wie alle anderen Varianten – 256 MB.

Mehr als 100'000 Stück verkauft

Mit der diesjährigen Ausgabe geht die Kooperation zwischen Huawei und Porsche Design ins zweite Jahr. Porsche Design stellt unter dem Dach der Sportwagen-Mutter seit 2003 puristische, in Schwarz gehaltene Liebhaberstücke her – Uhren, Sonnenbrillen, auch Sportschuhe mit Adidas als Partner.
Auch die Zusammenarbeit mit Huawei sei geglückt, sagt Porsche-Design-Chef Jan Becker im Gespräch nach der Präsentation des Mate Pro 10. «Wir haben mehr als 100'000 Stück der ersten Edition verkauft – bei dem Preis ein beachtlicher Erfolg». Das Smartphone sei sehr nachgefragt gewesen, sagt Becker. «Es ist ausverkauft.»

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Zurückhaltung und Kultiviertheit

Auch für die zweite Generation sind die Chefdenker von Porsche Design optimistisch. «Wir bekommen schon vieler Anfragen, auch von Besitzern des ersten Generation», sagt Becker. «Wir sind zuversichtlich, dass viele upgraden werden.»
Das Design ist dabei nur minimal anders, auch der Preis ist der gleiche geblieben wie im Vorjahr. Das sei aber auch so gewollt, sagt Design-Direktor Christian Schwamkrug. «Wir wollen kein pompöses Smartphone machen, sondern Zurückhaltung und Kultiviertheit vermitteln.»

«Wir sind eine Männermarke, klar»

Darum tangiert Porsche Design auch nicht, dass Apple mit dem iPhone X ebenfalls eine Luxusvariante ihres Bestsellers auf den Markt bringt. Schwamkrug sagt: «Wir machen die Erfahrung, dass unsere Kunden Wert darauf legen, ein Smartphone zu haben, das nicht jeder hat.» Weder der Preis noch Konkurrenzprodukte in Massenanfertigung spielten darum eine Rolle.
Porsche Design verspricht sich von dem Vorstoss auf dem Handymarkt denn auch keinen Massenerfolg, sondern Markenpflege. Porsche habe durch die Kooperation an Renommee gewonnen. Und manchmal geht der Effekt noch weiter. «Das ist nicht das Ziel, aber wir haben Kunden, die im Geschäft nur ein Handy wollten und sich dann doch für einen Porsche-Sportwagen entschieden haben.»

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Auch bei Frauen sei das mattschwarze Design beliebt. «Wir sind eine Männermarke, klar», sagt Jan Becker. Aber jedes elfte bis zwölfte Handy werde von einer Frau gekauft, vor allem von erfolgreichen Geschäftsfrauen. Becker sagt: «Auch Businessfrauen wollen das Porsche-Feeling.»

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