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Immer mehr EU-Banker sind Einkommensmillionäre

Der Klub der Einkommensmillionäre unter den EU-Bankern wird immer grösser: Im Jahr 2014 stieg die Zahl der EU-Banker, die mehr als 1 Million Euro verdient, deutlich. Was dahinter steckt.

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Reiche EU-Banker: Der grösste Teil der Hochverdiener arbeitet in Grossbritannien. Keystone RMS

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Die Anzahl der Banker in der Europäischen Union, die mehr als 1 Million Euro verdient, ist im Jahr 2014 nach Angaben der europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) deutlich gestiegen. Die Bonus-Deckelung führte zu einer Umschichtung hin zu höheren Festgehältern.

Der Klub der Einkommensmillionäre unter den Bankern wuchs um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 3865 Mitglieder an. Der grösste Teil der Hochverdiener arbeitet in Grossbritannien, wo ein Anstieg um 40 Prozent ermittelt wurde, wie die EBA am Mittwoch in einem Bericht darlegte. Allerdings sei die höhere Anzahl dort hauptsächlich auf Wechselkursveränderungen zwischen Euro und Pfund zurückzuführen, hiess es. Ohne diesen Einfluss wäre die Zahl in Grossbritannien nach Angaben der in London ansässigen EBA um 16 Prozent gesunken.

Deckelung von Bonuszahlungen

Die in der EU geltende Deckelung von Bonuszahlungen auf das Doppelte des Festgehalts hat laut EBA dazu geführt, dass viele Banken die Gehälter zu Lasten der variablen Vergütungen erhöht haben. Das durchschnittliche Verhältnis von variabler zu fester Vergütung habe sich bei den Top-Verdienern von 317 Prozent 2013 auf 127 Prozent 2014 verringert.

Die EU-Kommission bewertet unterdessen die Bonus-Deckelung neu. Diese ist von einigen Regulierern, insbesondere in Grossbritannien, und von der Finanzindustrie heftig kritisiert worden. Der EU-Kommissar für Finanzdienstleistungen, Jonathan Hill, hat gesagt, die Deckelung könne Anreize für Banker verzerren.

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(bloomberg/ccr)
Sehen Sie in der Bildergalerie welche CEOs 2015 am meisten verdienten:
Das sind die bestverdienenden CEOs der Schweiz:UBS-Chef Sergio Ermotti verdiente im letzten Jahr 14,31 Millionen Franken – ein Plus von 28 Prozent. Er war damit der zweitbestbezahlte Chef...
... gleich hinter Richard Lepeu, der bei Richemont 14,33 Millionen Franken kassierte (plus 32 Prozent).
Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam verdient mit knapp 4,6 Millionen Franken 2015weniger als sein Vorgänger Bradley Dougan. Allerdings hat er auch erst im Juli angefangen. UBS-Chef Ermotti hat aber deutlich Vorsprung, auch wenn Thiam der «geringe» Verdienst mit einem Aktienpaket von 14,3 Millionen Franken versüsst wurde. Dieses erhielt er als Kompensation für entgangene Boni bei seinem vorherigen Arbeitgeber Prudential.
Verdiente gleich viel wie im Vorjahr: Roche-CEO Severin Schwan liegt mit seinem Gehalt von 13,3 Millionen Franken auf Platz drei.
Der Nestlé-Chef liegt an vierter Stelle: Paul Bulcke erhielt letztes Jahr einen Gesamtlohn von 11,6 Millionen Franken (plus 2 Prozent).
Musste eine Einbusse von 8 Prozent in Kauf nehmen: Joe Jimenez, Chef von Novartis, verdiente 11,6 Millionen Franken.
Der Chef von Transocean, Jeremy Thigpen, kam mit seinen 10,9 Millionen Franken auf Rang sechs.
ABB-Chef Ulrich Spiesshofer verdiente 20 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Sein Lohn für 2015: 9,1 Millionen Franken.
Bei LafargeHolcim ist Eric Olsen nicht mehr an Bord. Im letzten Halbjahr seiner CEO-Tätigkeit erhielt er nochmals 8,0 Millionen Franken (plus 52 Prozent).
Julián Díaz schaffte es auf Rang neun. Der CEO von Dufry verdiente mit 7,7 Millionen Franken 10 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Geniesst die Schokoladenseiten des CEO-Daseins: Ernst Tanner, Chef von Lindt & Sprüngli, erhielt 2015 einen Lohn von 7,7 Millionen Franken – 6 Prozent mehr als 2014. Keystone
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