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Die neue Einheit der Fernsehwelt

TV-Hersteller machen es den Konsumenten schwer: UHD, HDR und 4K - die Vielzahl der Formate verwirrt. Nun will eine breite Allianz Einheit schaffen und damit Interessierte zum Kauf animieren.

Thomas Heuzeroth

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Ultra HD Premium: Mit einem neuen Standard wollen die Hersteller ein Format-Chaos vermeiden.Keystone RMS

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Nein, noch einmal sollte sich das nicht wiederholen. Mit Unbehagen erinnern sich die Hersteller der Unterhaltungselektronik an die FormatkΓ€mpfe der Vergangenheit. Erst verunsicherte man die Verbraucher mit den Videostandards Betamax und VHS, spΓ€ter gab es ein DΓ©jΓ -vu mit Blu-Ray und HD-DVD.
Beim ultrascharfen 4K-Fernsehen wollen die Hersteller der TV-GerΓ€te ein solches Durcheinander vermeiden, gilt es doch, die Verbraucher zum Kauf der teuren Fernseher zu verleiten. Aus diesem Grund hat die Branche nun auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas ein gemeinsames Logo ins Leben gerufen: Ultra HD Premium.

Breite Allianz soll Konsumenten beruhigen

Die Fehler der Vergangenheit haben bereits im vergangenen Jahr zur GrΓΌndung der UHD Alliance gefΓΌhrt. Die Mitgliederliste liest sich wie das Who's who der Branche: Sony, Samsung, LG, Panasonic, Sky, DirecTV, Netflix, Amazon, Dolby, DTS, Disney, Universal, Warner Brothers, Nvidia und andere.
Begriffe wie UHD, HDR, HD ready, Full HD und 4K haben bereits zur Verunsicherung der Verbraucher gefΓΌhrt. Nun soll eine gemeinsame Spezifikation zumindest Sicherheit geben, dass die teuren Fernseher die Inhalte auch in einer MindestqualitΓ€t wiedergeben kΓΆnnen.

Mit LCD und Oled sind zwei Display-Technologien verfΓΌgbar

Die Vorgaben der Allianz betreffen die AuflΓΆsung, den Farbraum, die Farbtiefe und die UnterstΓΌtzung von High Dynamic Range (HDR), also der FΓ€higkeit, grosse Helligkeitsunterschiede detailreich wiederzugeben. Fernseher, die das Logo Ultra HD Premium tragen, mΓΌssen Inhalte mit einer AuflΓΆsung von 3840 mal 2160 Bildpunkte ausgeben kΓΆnnen.

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Bei der HDR hat die Allianz zwei LΓΆsungen gefunden, die fΓΌr die verschiedenen Display-Technologien gelten. Denn wΓ€hrend LCD-Fernseher deutlich heller strahlen kΓΆnnen, sind Oled-Displays in der Lage, im dunklen Bereich noch mehrere Abstufungen zu zeigen.

Filmanbieter ziehen mit

Beobachter sprechen dem HDR eine grΓΆssere Wirkung auf die Zuschauer zu als 4K. TatsΓ€chlich ist die zusΓ€tzliche SchΓ€rfe von 4K auf kleineren TV-GerΓ€ten oder aus grΓΆsserer Entfernung kaum auszumachen, eine grΓΆssere Helligkeit aber schon.
Nicht nur GerΓ€tehersteller haben sich auf die Spezifikation geeinigt. Auch Filmstudios, Inhalte-Anbieter und andere Technikunternehmen machen mit. Denn nur wenn die Inhalte entsprechend aufbereitet sind, kΓΆnnen die Fernseher sie auch ausgeben.

Erste GerΓ€te mit dem neuen Logo angekΓΌndigt

Nun dΓΌrften schnell die ersten Fernseher mit dem neuen Logo im Handel erscheinen. Panasonic hat sein erstes GerΓ€t bereits angekΓΌndigt, auch der erste Ultra HD Blu-Ray-Player von Panasonic wird das Logo tragen. Bei Samsung sollen alle 4K-Fernseher UHD Premium sein, die in diesem Jahr erscheinen. Auch LG-GerΓ€te werden das Logo tragen.
Obwohl Sony Mitglied der Allianz ist, stellte das Unternehmen am Dienstag in Las Vegas neue 4K-Fernseher vor, ohne das neue Logo zu erwΓ€hnen. Stattdessen sollen sie das Logo 4K HDR tragen.

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Streamingdienste wie Netflix und Amazon Video dΓΌrften zu den ersten gehΓΆren, die auch Filme mit HDR auf die Fernseher bringen. Warner will bis zum Jahresende etwa 60 Titel bringen, 20th Century Fox hat sogar Planungen fΓΌr 100 Filme. Auch Klassiker sollen im Nachhinein entsprechend aufbereitet werden.
Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfΓ€ltig ausgewΓ€hlt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion ΓΌbereinstimmen.

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