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Deutschlands einstige Alternativen haben es schwer

Armin Laschet ist der neue starke Mann in Nordrhein-Westfalen. Die SPD hingegen kassierte das schlechteste Wahlergebnis seit 1947. Und es zeigte sich: Deutschland hat seine Mitte gefunden.

Ulf Poschardt

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Armin Laschet: Der neue starke Mann in Nordrhein-Westfalen. Keystone RMS

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Auch das noch. Das Wahljahr 2017 beginnt fรผr die SPD mit einem Nackenschlag-Triple, wobei der in Nordrhein-Westfalen besonders niederschmetternd serviert wird. Die Sozialdemokraten haben an Rhein und Ruhr seit 1966 mit einer kleinen schwarz-gelben Unterbrechung 46 Jahre regiert. Die SPD war lange natรผrliche Regierungspartei fรผr das bevรถlkerungsstรคrkste Bundesland, aber jetzt wurde sie รผbel abgestraft.

Nie gab es ein mieseres Ergebnis. Hannelore Kraft und ihr fahles Kabinett hat Durchwachsenes geleistet. Als wรคre es nicht schlimm genug, dass dem Innen- und Wirtschaftsminister mehrere Patzer unterliefen, kamen auch noch die Ungeschicklichkeiten der grรผnen Vizeministerprรคsidentin und Bildungsideologin dazu. Das war des Mauen einfach zu viel.

Laschet als Law-and-Order-Rampenrรผpel

Armin Laschet ist der neue starke Mann in Nordrhein-Westfalen, und wahrscheinlich lacht der stets lind und leutselig in die Arena tretende CDU-Mann selbst รผber solche Zeilen. Im Wahlkampf begegnete der Aachener Steigersohn seinem inneren Schweinehund und besiegte ihn fรผr viele รผberraschend. Er holt sich als Law-and-Order-Rampenrรผpel den unermรผdlichen Wolfgang Bosbach und aktivierte Kraftquellen, die in der Bundes-CDU an den Rand oder ins Abseits geschoben wurden. Etwas, รผber das die Union, bei allem Jubel, verschรคrft nachdenken mรผsste.

Unter den Kleinen ist die FDP die Grรถsste. Christian Lindner steht vier Monate vor der Bundestagswahl vor dem Happy End eines politischen wie existenziellen Abenteuers. Nicht ganz im Alleingang, aber doch ziemlich auf sich gestellt, hat er die Liberalen wieder zur umworbenen Grรถsse auf der sonst weiter ziemlich sozialdemokratischen Parteienbรผhne gemacht. Nun beginnt die letzte Etappe dieses Kampfes: der Wiedereinzug in den Bundestag. Regierungsbeteiligungen in Kiel oder Dรผsseldorf helfen dabei nur, wenn sie deutlich sichtbare liberale Charakterzรผge tragen. In Koalitionsverhandlungen werden die Freien Demokraten genauso selbstbewusst wie unangenehm auftreten.

Der sauertรถpfische Flรผgel wurde auch in NRW bestraft. Zum Siegen gehรถrt liberale Lรคssigkeit wie bei Kretschmann und Habeck. Darรผber mรผssen sich insbesondere die Roten bei den Grรผnen Gedanken machen. Es steht schlecht um die einstigen Alternativen und Parteienlandschaftsbefruchter. Die neue sogenannte Alternative, die extradeutsche, lernt im Westen, dass dรผsterer Chauvinismus ohne gesicherte Grenzen nach rechts keine Glanzergebnisse erzeugt. Deutschland hat seine Mitte gefunden.



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