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Der neue Swift wird der Konkurrenz nicht gefallen

Der Swift ist immer schon der Star des Suzuki-Programms gewesen. Und auch bei der neuesten Generation machen die Japaner fast alles richtig. Nur eins stΓΆrt.

Thomas Delekat

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Der neue Swift: Die Preise will Suzuki noch nicht sagen. PR RMS

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So etwas glΓΌckt selten. Einige Automarken kriegen es ΓΌberhaupt nicht hin, die meisten nur mit einem Modell. Bei VW sind es sogar zwei, der KΓ€fer und der Golf. Beide Typen machen mehr her als ihre Muttermarke. Renault ist dasselbe mit dem Twingo gelungen, CitroΓ«n mit der Ente, General Motors mit der Corvette.

Auch ein japanischer Hersteller hat es hingekriegt, dass ein einziges Modell mehr von sich reden macht als die Company insgesamt: Der Swift ist immer schon der Star des Suzuki-Programms gewesen, ein Kleinstwagen von so geradliniger Eleganz, von so schlichter Grandezza, dass es in den vergangenen Jahren keine besondere Rolle spielte, wie sehr die Konkurrenz technisch an ihm vorbeigezogen war.

Der neue Swift wird der Konkurrenz nicht gefallen

Obwohl die SpezialitΓ€t des Hauses Klein- und KleinstgelΓ€ndewagen sind – der kleine SchΓΆnling blieb immer das weltweit erfolgreichste Modell. Ab Mitte Mai 2017 tauscht Suzuki ihn jetzt durch eine komplette Neukonstruktion aus, und was man schon sagen kann: Der neue Swift wird der Konkurrenz gar nicht gefallen.

Das Autochen macht es kurz: Mit praktisch unverÀnderter LÀnge von 3,84 Metern LÀnge platziert er sich ziemlich genau zwischen zwei Formate: Den Kleinstwagen um 3,50 Meter wie etwa den VW Up oder das Trio Citroën C1, Toyota Aygo, Peugeot 108 und den deutlich erwachseneren Kleinwagen um die vier Meter AußenlÀnge wie etwa der VW Polo oder der Skoda Fabia.

Der Swift ist ein bisschen sportlich designt, ein bisschen hΓΌbsch, mit gefΓ€lligen Ecken, Rundungen, Kanten, denen man anmerkt: Hieran sollte genderneutral wirklich niemand Anstoss nehmen.

Die klare Ansage Β«Ich bin was BesonderesΒ» der VorgΓ€ngermodelle vernuschelt der Neue aber. DafΓΌr gibt’s serienmΓ€ssig fΓΌnf TΓΌren, flΓ€chenbΓΌndige, verdeckte Griffe an den HintertΓΌren und eine ganze Palette auffΓ€lliger Zweifarb-Lackierungen ab Werk, mit meist silbern abgesetztem Dach.
 
Zum Besten am Swift kommt man erst durch zwei Handgriffe: Ist die Motorhaube oben, wird der brandneue 1,0-Liter-Benziner mit 111 PS sichtbar, Suzuki nennt ihn ein bisschen grossspurig Β«BoosterjetΒ».







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Der Dreizlinder im Suzuki Swift ist sehr gelungen

Er hat drei Zylinder, Direkteinspritzung und eine riesige, vΓΆllig ΓΌberdimensionierte Lichtmaschine, die allerdings einen zweiten und dritten Job gleich mit erledigt: Sie ersetzt nicht nur den Anlasser, sie werkelt nach dem Motto Β«Drei-in-einsΒ» auch noch als Generator. Beim Bremsen oder bergab gewinnt er elektrische Energie zurΓΌck – die Fachwelt nennt dieses Verfahren Β«Mild HybridΒ».

Solche Dreizylindermotoren wie der im Swift sind gerade schwer in Mode, nicht einmal BWM lΓ€sst das Prinzip links liegen. Dreizylinder sind leicht, haben ein tolles Drehmoment fΓΌr prΓ€chtigen Durchzug, verbrauchen weniger Sprit. DafΓΌr sind Klang und Vibrationen kerniger.

Wenn man den neuen Suzuki-Motor in einem Wort zusammenfassen mΓΌsste, dann so: Gratulation! Es ist einer der besten Dreizylinder, die es gibt. Er lΓ€uft kultiviert wie ein Vierzylinder, nur bei hΓΆheren Drehzahlen legt er sich einen sportlichen Unterton zu.

Der Start ist wegen des Lichtmaschinen-Anlassers kaum wahrnehmbar. Ab 1700 Umdrehungen, also im tiefen Drehzahlkeller, beschleunigt er schubkrΓ€ftig und lochfrei hoch, mit 160 Newtonmetern. Das nennt man wahrlich eine Macht.

Bei hohen Drehzahlen verliert die Maschine an Biss. Es ist ein Motor ohne sportlich-hektische Leistungscharakteristik, die 111 PS des Dreizylinders sind eher von der souverΓ€nen Sorte. Das reicht fΓΌr einen Sprint von null auf hundert in nur zehn Sekunden und 195 km/h Spitze. Der Kleine ist flink. FrΓΌher hΓ€tte man Rennsemmel zu so etwas gesagt.

Die magerste Version des Neuen mit dem alten 1,2-Liter-Vierzylindermotor wiegt nur 915 Kilo. Das sind 120 Kilo weniger als das VorgΓ€ngermodell, das auch noch weniger Platz zu bieten hatte.









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Leider viel Hartplastik im Innenraum des Swift

Was an der neuen Plattform liegt, die den Swift nicht nur um ein Zentimeterchen verkürzt, sondern auch den Radstand gegenüber dem VorgÀngermodell verlÀngert. Was zusammen mit einem erstklassigen Fahrwerk eine Straßenlage ergibt, die uns auf etwa 100 heftig bekurvten, sehr zügig genommenen Kilometern ziemlich beeindruckt hat.

Suzuki bietet an, den Kleinen mit feinster Technik zu beladen, von der Automatik ΓΌber den Vierradantrieb bis zum Abstandhalter per Radar. Alles ist mΓΆglich, alles zu haben; die Fertigung wird aus Osteuropa ins japanische Stammwerk verlegt.

Wer im neuen Swift gesessen hat, wird beim Aussteigen etwas GrundsΓ€tzliches zu Suzuki feststellen kΓΆnnen: Dass in dieser Firma die Ingenieure als Γ€usserst tΓΌchtig, praktisch sogar als unantastbar bis heilig gelten.

Und dass es bei den Innenausstattern nicht so sein kann. Bei dem vielen Hartplastik im Innenraum erahnt man den Frust der Interieurdesigner: Wie sie oberhalb der Tischplatte talentiert einen geschmackssicheren Innenraum entwarfen, wΓ€hrend unterm Tisch die SparfΓΌchse an den Hosenbeinen zerrten.

Der neue Swift wird ab Mitte Mai 2017 zu haben sein, die Preise will Suzuki jetzt noch nicht sagen. Es steht aber fest, dass die billigste Mager- und Basisversion mit dem alten 1,2-Liter-Motor ziemlich genau 12.000 Euro kosten wird.







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Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfΓ€ltig ausgewΓ€hlt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion ΓΌbereinstimmen.

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