Es ist die hohe Kunst des Online-Handels. Die Kunden spΓΌren nichts vom komplexen Logistikaufwand, den ihre Bestellung durchmacht. Reibungslose AblΓ€ufe mit Gratisretouren haben Zalando denn auch zum unangefochtenen Online-KleiderhΓ€ndler im deutschsprachigen Raum gemacht. Alleine in der Schweiz setzt das deutsche Unternehmen ΓΌber eine halbe Milliarde Franken um (siehe Bildergalerie unten).
Doch jetzt dringt Sand ins Getriebe. Zalando kann fΓΌr unbestimmte Zeit nicht mehr das ganze Sortiment in die Schweiz liefern. Mit dem Mitte Juni angekΓΌndigten Ausbau der Plattformstrategie sollten neue Marken und HΓ€ndler auf die Zalando-Seite geholt werden. Im sogenannten Partnerprogramm kΓΆnnen diese wΓ€hlen, ob sie Lagerung und Versand ihrer Ware Zalando ΓΌberlassen oder selber abwickeln wollen.
Zeitintensive Zoll-FormalitΓ€ten
Doch die Schweizer Zollbestimmungen verhindern, dass alle in die Schweiz liefern kΓΆnnen. Die HΓ€ndler mΓΌssten die FormalitΓ€ten selber ΓΌbernehmen, doch nicht alle haben das nΓΆtige Personal. Also springt Zalando ein: Β«Wir mΓΌssen die ZollabklΓ€rung fΓΌr die Partner lΓΆsen, was sehr zeitintensiv istΒ», erklΓ€rt Zalandos Logistikexperte Jan Bartels. Man arbeite daran.
Das Problem: Weil der Schweizer Zoll Waren aus dem Ausland nicht nach Wert, sondern nach Gewicht taxiert, mΓΌssen auslΓ€ndische HΓ€ndler sΓ€mtliche Produkte separat wiegen und sie mit Zolltarifnummern versehen. Ein unnΓΆtiger Aufwand, der hohe Kosten verursacht.
Zalando muss fΓΌr ihre Zollabwicklungen zusΓ€tzlich 20 Leute beschΓ€ftigen. Bei jedem neuen Turnschuhmodell mΓΌssen fΓΌr Lieferungen in die Schweiz alle GrΓΆssen gewogen werden. Β«Wir mΓΌssen das Gewicht von ΓΌber 200'000 Produkten messen und dafΓΌr im Lager viel KapazitΓ€t schaffenΒ», klagt Linus Glaser, Zalando-Verantwortlicher fΓΌr die Schweiz und Γsterreich. Der Zoll ist offenbar knallhart: Β«Schon 20 Gramm zu viel kΓΆnnen problematisch sein.Β»
Gewichtszoll soll Weltmarktpreise konstant halten
Die Anbieter, die im Rahmen des Partnerprogramms ihre Ware bei Zalando lagern lassen, sind davon nicht betroffen. Aktuell gibt es 170 Partner. Der Anteil jener, die problemlos in die Schweiz liefern kΓΆnnen, ist laut Glaser Β«deutlich kleinerΒ».
Die Schweiz ist das einzige WTO-Land, das die Einfuhren nach Gewicht statt nach Wert verzollt. So sollen die ZollertrΓ€ge bei fallenden Weltmarktpreisen konstant gehalten werden. Dem Handel ist der Gewichtszoll ein Graus. Der damalige FDP-Nationalrat Ruedi Noser lancierte vor drei Jahren einen Vorstoss, um den alten Zopf abzuschneiden. Doch der Bundesrat sperrte sich dagegen, weil er Mehraufwand und hΓΆhere Kosten befΓΌrchtet. KΓΌnftige Freihandelsabkommen wΓΌrden den Zollabbau ohnehin vorantreiben, hiess es in der Antwort.
Das sind die zehn grΓΆssten Online-Shops der Schweiz:
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