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Strategie

Raiffeisen-CEO Patrik Gisel: So tickt der Neue

Patrik Gisel ersetzt den omnipräsenten Pierin Vincenz an der Spitze der Raiffeisen Gruppe. Wie der Neue tickt – und was bei der Bank jetzt anders wird.

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Chefwechsel bei der Raiffeisen Gruppe: Zum 1. Oktober wird Patrik Gisel CEO der Raiffeisen Gruppe. Als stellvertretender CEO wirkte er zuletzt stets im Schatten des omnipräsenten Chefs, Pierin Vincenz.Noe Flum
Pierin Vincenz
Seit Vincenz 1999 CEO wurde, ist die Gruppe enorm gewachsen. Keine andere Bank ist präsenter im Land: Mit einem Netz von über 1000 Filialen hat Vincenz die Schweiz überzogen, viel mehr als alle anderen. Von der Nationalbank wurde Raiffeisen inzwischen als systemrelevant eingestuft.
Doch Patrik Gisel erbt von seinem Vorgänger ein aufgeblähtes Bankenreich. Denn der Koloss Raiffeisen ist zwar gross, aber nicht eben effizient. Nun soll das Zusammenspiel der Unternehmen der Raiffeisen Gruppe gestärkt werden. Daher fungiert Gisel als eine Art Klammer um das Ganze. Er hat persönlich Einsitz in allen wichtigen Gesellschaften, unter anderem bei der Privatbank Notenstein.
Für Gisel gibt es viel zu tun. Die Erwartungen an den Neuen auch im Verwaltungsrat sind hoch. Man erhofft sich einen neuen Schub, nicht zuletzt auch in Sachen Profitabilität, heisst es aus dem Umfeld des Gremiums. Bilder: Keystone
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Chefwechsel bei der Raiffeisen Gruppe: Zum 1. Oktober wird Patrik Gisel CEO der Raiffeisen Gruppe. Als stellvertretender CEO wirkte er zuletzt stets im Schatten des omnipräsenten Chefs, Pierin Vincenz.Noe Flum RMS

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Patrik Gisel, ab 1. Oktober CEO der Raiffeisen Gruppe, will die Effizienz der Bank steigern, aber nicht auf dem Buckel des Personals: «Nein, ein Abbau von Arbeitsplätzen steht nicht auf dem Programm», sagt Gisel im Gespräch mit der BILANZ. Man werde zwar weiter Geschäftsstellen wegen des veränderten Kundenverhaltens schliessen müssen, anderswo werde aber wieder aufgebaut. Deutlich abnehmen werde die Zahl der Raiffeisenbanken im Land, sie werde sich «von heute 300 auf unter 250» reduzieren.
Strategisch folge nach der Phase der Expansion und Diversifikation der Gruppe unter Pierin Vincenz die Umsetzung: Jetzt gelte es, die Unternehmen der Raiffeisen Gruppe optimal zu integrieren: «Nun müssen wir die PS auf den Boden bringen», sagt Gisel. Dennoch soll auch der Ausbau weitergehen.

Im Private Banking weiter zulegen

Im Private Banking, verkörpert durch die Tochter Notenstein, will er weiter zulegen, auch durch Akquisitionen: «Mindestens 40 bis 50 Milliarden an verwalteten Vermögen müssten es schon sein.» Per Ende Juni wies Notenstein 16 Milliarden an verwalteten Vermögen aus. Im Kerngeschäft will die stark im Hypothekarbereich verankerte Bank «mindestens mit dem Markt wachsen.»
Nach der 15-jährigen Pierin-Vincenz-Ära sind die Erwartungen an den Neuen im Verwaltungsrat hoch. Man erhofft sich einen neuen Schub, nicht zuletzt auch in Sachen Profitabilität, heisst es aus dem Umfeld des Gremiums. Denn der Koloss Raiffeisen ist zwar gross, aber nicht eben effizient.

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Wie der neue Raiffeisen-CEO tickt, was bei der Bank anders wird – und wie wichtig Sport für den passionierten Triathleten Patrik Gisel ist, lesen Sie in der neuen «BILANZ», ab Freitag am Kiosk oder mit Abo jeweils bequem im Briefkasten.
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