Nach Abgas-Affäre: So blicken die Autobauer in die Zukunft
Der Abgas-Skandal ist auch beim Genfer Autosalon ein Thema. Besonders für die deutschen Nobelmarken steht viel auf dem Spiel. Doch BMW und Co. zeigen sich unbeirrt und setzen auf weitere Zuwächse.
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Das sind die Highlights vom Autosalon in Genf 2016:Neben den Neuheiten der Hersteller ist der Autosalon auch eine Showbühne der Karosserieschneider und der Designstudios. So präsentiert Sbarro den Sbarro Ginevra 2016 der Öffentlichkeit.RMSDer neue Jaguar F-Type SVR feiert seine Debüt auf dem Genfer Autosalon 2016. Mit 575 PS bringt der Flizzer 322 km/h auf den Tacho.RMSAuch DMC veredelte eine Luxuskarosse: Der Lamborghini LP610 von DMC in der Jeddah Edition.RMSArash zeigt in Genf einen neuen Sportwagen: Der Arash AF8 Falcons feiert auf dem Autosalon seine Premiere. 560 PS und Handschaltung soll die Fans überzeugen.RMSRolls Royce stellt an der Automesse den Rolls Royce Wraith als «Black Badge» Sonderedition vor. Optisch erkennt man Coupé und Limousine an der ganz schwarzen Lackierung.RMSMit dem neuen Mercedes C-Class Cabriolet bietet Mercedes erstmals ein Cabrio für die C-Klasse an.RMSMit dem Levante erweitert der Sportwagenhersteller Maserati seine Produktpalette: Es ist das erste SUV der Nobelmarke. Zum Marktstart im Juni 2016 sind zwei V6-Turbobenziner mit 350 und 430 PS sowie ein Dreiliter-Diesel geplant.RMSBugatti zeigt einen Flitzer der Superlative: den Bugatti Chiron mit 16 Zylindern und stolzen 1500 PS.RMSDer Veyron-Nachfolger kostet 2,4 Millionen Euro. Ein Drittel der 500 Exemplare sollen bereits verkauft sein.RMSEbenfalls 1500 PS stark ist der Koenigsegg Regera. Ein Hybridsystem beschleunigt den schwedischen Sportler in 2,8 Sekunden auf 100 km/h. Nach 20 Sekunden überschreitet der Tacho 400 Stundenkilometer. Ende 2016 wird der Regera ausgeliefert – zum Stückpreis von mehr als zwei Millionen Euro.RMSTesla präsentiert mit dem Model X nicht nur das erste reine Elektro-SUV, sondern auch das weltweit schnellste. Mit 532 PS geht es von 0 auf Tempo 100 in 3,4 Sekunden.RMSBentley präsentiert das schnellste Luxus-Auto der Welt: Pünktlich zum Genfer Autosalon bekommt das Bentley-Flaggschiff Mulsanne ein Facelift. Der neue Bentley Mulsanne Speed kitzelt statt 512 nun 537 PS aus dem 6,75-Liter-V8.RMSAuch Lamborghini präsentiert einen potenten Sportwagen: den Lamborghini Huracan Avio. Die Spezialversion der Huracan-Serie gibt es weltweit 250 Mal zu kaufen, heisst es in Vorabberichten.RMSEine weitere Lamborghini-Neuheit ist der 770 PS starke Lamborghini Centenario. Die schlechte Nachricht: Alle 40 Exemplare zum Stückpreis ab 1,75 Millionen Euro sind bereits ausverkauft. Hergestellt wurde er anlässlich des 100. Geburtstages von Firmengründer Ferruccio Lamborghini.RMSPorsche zeigt ein Hybridmodell: Der Panamera S E-Hybrisd fährt auch mit Strom.RMSAuch der neue Porsche 911 R feiert in Genf Premiere: Der puristische Sportwagen hat 500 PS, von 0 auf 100 km/h geht es in 3,8 Sekunden und erst bei 323 Kilometern in der Stunde ist Schluss. Die markanteste Neuerung der neuen Modell-Generation des Porsche Boxster ist der Motor: Der 16-Zylinder-Boxer hat ausgedient und wird durch ein 4-Zylinder-Pendant ersetzt.RMSEbenfalls neu bei Porsche - der 718 Boxster S. Seine Eckdaten: 350 PS, Sechsgang-Sportschaltgetriebe, von Null auf 100 km/h in 4,2 Sekunden, Höchstgewxchindigkeit 285 km/h.RMSDas Auto des Jahres: Konzernchef Karl-Thomas Neumann feiert den Sieg des Opel Astra. Das Unternehmen stemmt eine schwierige Neufindung.RMSVW-Chef Matthias Müller ist auch angereist: Das Unternehmen hat nach dem Abgasskandal noch viel Aufräumarbeit zu bewältigen. Bilder: Keystone/Mathias OhanianRMS
Unbeirrt vom Abgasskandal bei VW setzt die Autobranche auf weitere Zuwächse im Diesel-Hauptmarkt Europa. Auf dem Heimatkontinent gebe es «immer noch Erholungspotenzial», sagte Daimler -Chef Dieter Zetsche am Dienstag auf dem Genfer Autosalon. Die Stückzahlen hätten noch nicht das Niveau von vor der Finanzkrise erreicht. «Für uns selbst glauben wir, dass wir deutliches Wachstumspotenzial in Europa haben.» Einen Absatz-Dämpfer bei Diesel-Fahrzeugen sah weder der Daimler-Chef noch der BMW-Boss. Harald Krüger sagte, es gebe «keinerlei Veränderung» des Kaufverhaltens, «weil der Kunde die Effizienz des Diesel-Motors schätzt». Auch VW-Chef Matthias Müller rechnet mit einer raschen Absatzerholung.
Europas grösster Autobauer hatte sich mit der Manipulation von Abgaswerten bei weltweit elf Millionen Diesel-Pkw 2015 den ersten Absatzrückgang seit 2002 eingebrockt. Auch bei Modellen von Mercedes, Opel oder Renault ergaben Messungen Abweichungen der gesundheitsschädlichen Stickoxide zwischen normalem Fahrbetrieb und Prüfstand. Die deutsche Autobranche kämpft jetzt für das Image der Diesel-Technik - in Europa fährt fast jedes zweite Auto mit dieser Antriebsart. Deutsche Autobauer wie VW, Mercedes oder BMW verkaufen auf dem Heimatkontinent rund 40 Prozent ihrer Fahrzeuge.
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VW zeigt sich zuversichtlich
VW-Chef Müller führte aus, nach dem Absatzplus im Januar zeigten auch die - noch nicht veröffentlichten - Februar-Zahlen, dass der Konzern gut ins Jahr gestartet sei. «Und von daher bin ich zuversichtlich, dass es bei einer Delle bleibt, und dass wir dieses Tief zügig überwinden.» Der Konzern setzt auch auf Programme zur Kundenpflege. «Wir können mit Respekt, aber auch Zuversicht auf das Jahr 2016 blicken», sagte Müller bei der traditionellen Vorabendveranstaltung, die mit knapp 500 Gästen deutlich kleiner ausfiel als früher. Die Kosten für Rückrufe und Rechtsstreitigkeiten vor allem in den USA, wo die Manipulation aufgedeckt worden war, könne er nicht beziffern. Das hänge massgeblich von den Verhandlungen mit den Umweltbehörden ab.
Dem Daimler-Chef zufolge war der Absatz in den USA im vergangenen halben Jahr rückläufig; dies führte Zetsche aber vor allem auf die sehr niedrigen Kraftstoffpreise zurück. Der Anteil von Diesel-Fahrzeugen am US-Absatz von Mercedes liege bei nur fünf Prozent. «In Europa haben wir bis zum Januar keinerlei Effekt gesehen.» Er stellte für sein Unternehmen einen Absatzzuwachs auf dem Heimatkontinent ähnlich wie im Vorjahr in Aussicht - Mercedes-Benz legte 2015 in Europa um 10,5 Prozent zu. Der Herstellerverband ACEA erwartet in Europa für 2016 ein Plus von zwei Prozent auf rund 14 Millionen verkaufte Pkw.
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BMW: Westeuropa entwickelt sich gut
Laut BMW-Chef Krüger läuft es in Märkten wie England, Spanien, Italien und Frankreich gut. Nach dem starken Vorjahr kündigte er für sein Unternehmen ein Plus «im oberen einstelligen Bereich» in Europa an. Weil das Wachstum in China langsamer ausfalle, werde der weltweite Konzernabsatz 2016 im niedrigen einstelligen Prozentbereich zulegen. Zetsche sprach von einem weiter sehr guten Momentum auf dem weltgrössten Automarkt. Mercedes hatte in China 2015 fast ein Drittel mehr Autos verkauft.
Krüger sagte weiter, BMW werde sich die Entwicklung im Iran «ganz in Ruhe» anschauen. Präsident Hassan Ruhani kündigte am Dienstag an, die Autobranche seines Landes komplett privatisieren und wettbewerbsfähig machen zu wollen. Dazu sollten die iranischen Hersteller eng mit ausländischen Unternehmen zusammenarbeiten. Erste Autobauer haben bereits ihre Fühler in die Islamische Republik ausgestreckt. Daimler vereinbarte etwa mit dem grössten Hersteller des Landes, Khodro, eine Kooperation bei Nutzfahrzeugen.