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Der Kampf um Irans Automarkt ist eröffnet

Der Automarkt im Iran ist ausgetrocknet. Doch mit der Einigung im Atomstreit bringen sich nun VW, Daimler und Co. in Position: Das Gerangel um die besten Plätze auf dem wachsenden Markt hat begonnen.

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Iran: Im Visier der westlichen Autobauer.  Keystone RMS

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Peugeot führt bereits Gespräche, um das Geschäft mit dem langjährigen iranischen Partner Khodro aufleben zu lassen. Europas Nummer zwei nach VW strebt die komplette Produktion von Autos im Iran an. Vor dem Rückzug wurden lediglich Teile dorthin geliefert und von Lizenznehmern wie Khodro zusammengebaut. Laut Medienberichten beriet sich Peugeot-Markenchef Maxime Picat zuletzt wöchentlich mit seinen Teheraner Kontakten. Der etwas kleinere Rivale Renault sucht noch einen Finanzpartner, um den Verkauf der Billigautos seiner Tochter Dacia im Iran auszubauen.
Auch bei VW laufen die Drähte hinter den Kulissen heiss. Ein Insider sagte, es gebe erste Überlegungen in Wolfsburg über die Einführung von Modellen der Töchter Skoda und Seat im Iran. Offiziell heisst es bei dem europäischen Marktführer: «Es gibt aktuell keine Wiederaufnahme von geschäftlichen Aktivitäten des Volkswagen Konzerns im Iran.»

Deutsche Autobauer geben sich vorsichtig

Daimler begrüsste die Einigung im Atomstreit mit dem Iran, will auf dem sensiblen Terrain aber nicht vorpreschen. «Grundsätzlich wird Iran ein interessanter Markt, allerdings hängt unser weiteres Vorgehen von dem Zeitplan der Aufhebung aller Sanktionen ab», heisst es bei dem Stuttgarter Autobauer. Der Konzern hatte seine Tätigkeit im Iran 2010 eingestellt und sein Büro in Teheran ein Jahr später geschlossen.

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Fachleute raten den deutschen Autoherstellern keine Zeit zu verlieren. «Alle Wirtschaftsführer haben naturgemäss ein großes Interesse am iranischen Markt», sagte Thomas Wülfing, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Germela. Der Iran sei weltweit das letzte verbliebene Schwellenland. «Die Franzosen warten nicht, sie waren immer die Ersten, wenn es darum ging wirtschaftliche und politische Interessen miteinander zu bündeln.» Nach Einschätzung von Stefan Bratzel, der das Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach leitet, werden prestigeträchtige Marken wie BMW, Audi und Mercedes-Benz bei der aufstrebenden Mittelschicht im Iran stark gefragt sein.

Iran für Franzosen wichtiger

Der deutsche Branchenverband VDA ist trotzdem gelassen. Für die französischen Autobauer sei eine starke Stellung im Iran wichtiger als für ihre deutschen Konkurrenten, da Peugeot und Renault stärker auf Europa konzentriert seien, erläuterte eine Sprecherin. Die deutschen Hersteller seien bereits in fast allen Weltregionen präsent.
Die Autoproduktion im Iran ist im Zuge der Sanktionen zwischen 2011 und 2013 um mehr als die Hälfte auf rund 630.000 Fahrzeuge eingebrochen. 2014 Jahr legte sie um 47 Prozent auf über 925.000 Einheiten zu, nachdem einige Sanktionen gelockert wurden. Sie liegt damit aber noch weit unter den 1,4 Millionen Fahrzeugen, die 2011 im Iran von den Bändern liefen, bevor die Sanktionen gegen die islamische Republik verschärft wurden.

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China konnte von Sanktionen profitieren

Auf den Straßen sind vor allem Autos von Peugeot und Renault zu sehen, aber auch chinesische Marken mischen sich darunter. Hersteller aus dem Reich der Mitte wie Chery Automobile und Lifan Industry Group hätten die Zeit der Sanktionen genutzt, um ihre Präsenz am persischen Golf auszubauen, sagt Michel Jacinto, von IHS. Allerdings hätten diese einen schlechteren Ruf. Gleichzeitig drängten iranische Hersteller wie Khodro und Saipa in den Markt für Billigautos. Fahrzeuge von europäischen und japanischen Herstellern hätten eine Chance, wenn die Löhne nach dem Ende der Sanktionen anzögen, schätzt Jacinto. Ein Erfolg im Iran sei für Peugeot und für VW wichtig, um in weiteren Ländern des Nahen Ostens Fuß zu fassen.
(reuters/jfr)

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