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Georges Kern: Der Uhren-General und sein Machtnetz

Seinen Job gab es noch gar nicht: IWC-CEO Georges Kern wird oberster Uhrenchef im Richemont-Konzern. Und damit einer der mächtigsten Manager der Branche. Das sind seine Verbündeten und Gegner.

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Georges Kern (im Bild rechts mit Marc Forster links) ist im Richemont-Konzern Head of Watchmaking, Marketing and Digital und spielt somit in der obersten Liga der Uhrenindustrie. Das ist sein Machtnetz:
Die Freunde:
Zur Swatch Group hatte Georges Kern früher ein entspanntes Verhältnis, schliesslich hatte ihn der verstorbene Patron Nicolas G. Hayek seinerzeit bei 
der Richemont-Gruppe empfohlen.
Gefördert wurde er da von Anfang an stark von Franco Cologni, kunstliebende graue Eminenz des Konzerns, Ex-Cartier-Präsident und Architekt der Cartier-Erfolgssaga. Cologni war, wie Kern gerne sagt, sein Mentor, er brachte ihn zügig in gute Positionen.
Auch auf seine Star-Connection kann Kern zählen. So hat er zur Schauspielerin Cate Blanchett eine gute Beziehung. Man trifft sich ab und zu zum Abendessen, die Australierin ist eine der wichtigen Botschafterinnen von IWC. Ganz generell hat der IWC-Patron einen guten Draht zu den Grossen von Hollywood, die er auch mal nach Zürich zum Film-Festival holt, was mithin Glamour in die Limmatstadt bringt.
Die Gegner:
Direktester Gegenspieler von Georges Kern, jedenfalls wenn es um Funktion und Machtfülle in einem Konzern geht, ist Jean-Claude Biver, der beim Luxus-Giganten LVMH eine ähnliche Funktion innehat wie Kern bei der Richemont-Gruppe.
Auch Patek-Philippe-Präsident Thierry Stern gehört zu den Männern, die Kern als Uhrenchef im Auge behalten muss. Sterns Genfer Traditionsmarke spielt mit hoch komplizierten Uhren 
in einer Liga, in der sich auch die Richemont-Marke Vacheron Constantin unter der Führung von Juan-Carlos Torres bewegt.
Bennahmias
Neben der Swatch Group um Nick Hayek (Bild), die auch wichtige Bestandteile an den Richemont-Konzern liefert, ist die von 
Jean-Frédéric Dufour geführte Marke Rolex der wohl grösste Konkurrent im Markt.keystone
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RMS

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Seinen Job gab es noch gar nicht: Georges Kern (51) wird im Richemont-Konzern Head of Watchmaking, Marketing and Digital und spielt somit in der obersten Liga der Uhrenindustrie. Kern gebietet neu über Marken wie Piaget (mit CEO Philippe Léopold-Metzger), Vacheron Constantin (Juan-Carlos Torres), Panerai (Angelo Bonati), Baume & Mercier (Alain Zimmermann), Jaeger-LeCoultre (Daniel Riedo), Roger Dubuis (Jean-Marc Pontroué), A. Lange & Söhne 
(Wilhelm Schmid) und IWC (Christoph Grainger-Herr).
Um die Tragweite der Ernennung zu ermessen, muss man wissen, dass Richemont-Präsident Johann Rupert für den abtretenden Konzern-CEO Richard Lepeu keinen Nachfolger ernannte. Er führt den Konzern mithin selber und verlässt sich dabei vorab auf Kern und den bisherigen Montblanc-CEO Jérôme Lambert, der Head Operation und Chef aller Marken wird, die nicht zur Sparte Uhren oder Schmuck gehören.
Bisher war es im Konzern so, dass die Maisons, wie man die Marken stilvoll nennt, weitgehende Autonomie genossen – und sich mitunter mit ähnlichen Angeboten auch kannibalisierten. Wer Georges Kern ein bisschen kennt, zweifelt keine Sekunde daran, dass er sehr aktiv eingreifen, die Markenprofile schärfen und gegeneinander abgrenzen wird.

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Die Verbündeten und Gegner von Georges Kern sehen Sie in der Bildergalerie oben.
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