Abo

Willkommen in den neuen EU-Ländern: Studieren ohne Vorhang

Das Erasmus-Programm macht es möglich: das Studieren in den zehn neuen EU-Ländern. Ein Überblick über das neue Europa und seine Ausbildungsstätten.

Werbung

Die neuen EU-Länder sind für Mitteleuropäer noch oft Terra incognita – ein einsemestriger Besuch jedoch lohnt sich alleweil für jene, die Abenteuer mögen und sich nicht von sprachlichen Hürden abschrecken lassen.

Polen

Die polnischen Universitäten sind noch verschult. Es bleibt daher kaum Zeit, nebenher einem Beruf nachzugehen. Doch mit 450 Euro pro Monat kommt man durchs Leben. Öffentliche Hochschulen erheben keine Studiengebühren. Im Kommen sind Studiengänge in Englisch. In der zweitgrössten polnischen Stadt, in Lodz, lockt zudem eine international angesehene Filmschule. Akademikerquote (AQ, Anteil der akademisch Ausgebildeten an der Gesamtbevölkerung): 12,2 Prozent.

Tschechische Republik

Das Angebot an Studiengängen in ausländischen Sprachen ist sehr gering. Tschechische Sprachkenntnisse sind ein Muss, mindestens 300 Euro monatlich für die Lebenshaltungskosten ebenfalls. Die grössten Universitätsstädte sind Brünn und Prag. Die Zulassungsbedingungen variieren. AQ: 11,8 Prozent.

Slowakei

Die Volkswirtschaft wächst dank der Flat Tax (Gleichbesteuerung aller) überdurchschnittlich. Das lockt ausländische Investoren und Produzenten an. Weniger leicht haben es die jährlich 1500 ausländischen Studierenden in Kosice oder Bratislava. Diejenigen, die sich nicht im Rahmen eines Mobilitätsprogramms im Land aufhalten, bezahlen an den 17 Universitäten zwischen 1000 und 3000 Euro für Semestergebühren. AQ: 10,8 Prozent.

Partner-Inhalte

Ungarn

Viele der unter einer kirchlichen Leitung stehenden Schulen bieten als alternative Unterrichtssprachen Englisch oder Deutsch an. Einen überragend guten Namen besitzt die Budapester Semmelweis-Universität für Medizinische Wissenschaften. Wer hier studiert, kommt mit minimal 400 Euro pro Monat für Lebenshaltungskosten durch. AQ: 14,1 Prozent.

Slowenien

Die straff geführten und wenig Wahlmöglichkeit bietenden Hochschulen sind überlaufen. Strenge Aufnahmeprüfungen für diverse Fachrichtungen sind das Resultat. Wer nicht allzu hohe Ansprüche hat, kommt mit 500 Euro im Monat für Lebenshaltungskosten durch. AQ: 14,8 Prozent.

Estland

Die Universität Tartu im Südosten des Landes geniesst für ihre Sprachausbildungsangebote in Europa eine gute Reputation. Vor allem die Baltic Studies (Politik, Kultur, Wirtschaft und Sprache Estlands) sind bei ausländischen Studierenden beliebt. Unterrichtssprache ist Englisch. Wer in Estland studiert, muss monatlich 500 Euro für Lebenshaltungskosten reservieren. Estland hat die höchste Akademikerquote der neuen EU-Länder: 29,7 Prozent.

Lettland

Fünf staatliche Universitäten und eine Reihe weiterer Bildungseinrichtungen stellen die auf die Hauptstadt Riga konzentrierte akademische Infrastruktur des Landes. In geringem Umfang bieten sie Programme in deutscher, russischer oder englischer Sprache an. Einem Studierenden reichen 250 Euro monatlich zum Leben. Ausländische Studierende bezahlen indes hohe Gebühren: 1000 bis 2500 Euro pro Semester. AQ: 19,6 Prozent.

Werbung

Litauen

Hier sind Universitäten noch Schulen, Hausaufgaben immer wieder zu beobachten. Die Gebühren für die Teilnahme an kleinen Seminargruppen sind hoch: Bis zu 3000 Euro pro Semester sind zu kalkulieren. Mit 350 Euro im Monat kommt man gut durchs Leben. AQ: 21,9 Prozent.

Malta

Eine Universität lockt auf die Mittelmeerinsel mit dem milden Klima. 500 ausländische Studierende drängen sich in die englischsprachige Institution. Mit 45 Sprachschulen festigt Malta seine Rolle als Brücke zwischen dem Okzident und dem Orient. Wer hier lebt, muss mit 550 Euro Ausgaben rechnen. AQ: 8,8 Prozent.

Zypern

Im griechischen Teil der Insel existiert erst seit 1992 eine Universität: in der geteilten Hauptstadt Nikosia. Dort studieren Einheimische gratis, Auswärtige bezahlen bis zu 3000 Euro pro Semester, ausserdem 600 Euro pro Monat für Lebenshaltungskosten. Weitere Hürde: Für die Aufnahme werden nachweislich Griechisch- oder Türkischkenntnisse verlangt. AQ: 18,9 Prozent.

Quelle: «Der Standard», Wien; Bearbeitung: BA

Werbung