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Führungskräfte im Spannungsfeld

Wie viel Privates hat im Büro Platz?

Scheidung, Gesundheitsprobleme oder Familienzwist: Bisher trennte man Privatleben und Arbeit. Doch die Grenzen verwischen. Das birgt Gefahren.

Foto: Ringier Medien Schweiz, 08.03.24 Mitarbeiterportrait. Jonas Dreyfus, Redaktor Service-Team, MRS.

<p>Über Gefühle sprechen: Emotionen am Arbeitsplatz können Führungskräfte überfordern. (Diese Illustration wurde von einem KI-Modell generiert und von einem Menschen überprüft und finalisiert.)</p>

Über Gefühle sprechen: Emotionen am Arbeitsplatz können Führungskräfte überfordern. (Diese Illustration wurde von einem KI-Modell generiert und von einem Menschen überprüft und finalisiert.)

Tessy Ruppert / Midjourney

Nachdem die letzte Mitarbeiterin ihr Projekt vorgestellt hat, wird es still im Raum. Alle Blicke richten sich auf Laszlo Bock. Der CEO des Softwareunternehmens Humu und ehemalige Personalchef von Google verantwortet die nächsten Schritte. Doch statt das Vorgehen zu erläutern, sagt Bock: «Letzte Woche ist mein Bruder unerwartet gestorben.»

Der Schock im Raum ist spürbar, die Anteilnahme ist hoch. In der Retrospektive erzählt Bock, dass er dieses private Ereignis mit den Mitarbeitenden teilen musste. Denn das Risiko, dass seine Emotionen ihn übermannen und seinen beruflichen Alltag beeinflussen könnten, sei zu gross gewesen.

Dieses Erlebnis schildert Bock im Buch «No Hard Feelings» der Autorinnen Liz Fosslien und Mollie West Duffy. Sie befassen sich mit Emotionen am Arbeitsplatz. Denn lange galt in der Berufswelt: Privates bleibt draussen. Führungskräfte machen sich durch ein kontrolliertes und sachliches Verhalten unangreifbar. Den Privatangelegenheiten der Mitarbeitenden hören sie zwar zu, doch eigene Themen klärt man mit sich selbst ab.

Über die Autoren
Foto: Ringier Medien Schweiz, 08.03.24 Mitarbeiterportrait. Jonas Dreyfus, Redaktor Service-Team, MRS.
Jonas Dreyfus
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