1. Home
  2. Unternehmen
  3. Widerstand gegen Cocos und CS-Boni

 
Widerstand gegen Cocos und CS-Boni

Auf der Generalversammlung der Credit Suisse dürfte heute nicht alles glatt laufen. (Bild: Keystone)

An der Generalversammlung der Credit Suisse dreht sich heute alles um Manager-Boni und Coco-Bonds. Die Bank dürfte mit ihren Vorhaben auf starken Widerstand stossen.

Veröffentlicht 29.04.2011

Die CS-Spitze wird den Vergütungsbericht im Zürcher Hallenstadion zur Diskussion vorlegen. Die anschliessende Abstimmung über Löhne und Boni der CS-Banker hat allerdings nur konsultativen Charakter. Als die Aktionäre vor einem Jahr abstimmten, votierten 30 Prozent gegen den Vergütungsbericht.

Den 16 Mitgliedern der Geschäftsleitung bezahlte die CS für das Jahr 2010 total 160,3 Millionen Franken. CS-Chef Brady Dougan nahm ein Salär von 12,8 Millionen Franken, während Amerika-Chef Antonio Quintella 15,6 Millionen Franken bekam. Verwaltungsratspräsident Hans-Ulrich Doerig, der heute das letzte Mal die Generalvesammlung leitet, bekam 6,3 Millionen Franken.

Nicht Teil des Vergütungsberichts sind jene 71 Millionen Franken, die Dougan im vergangenen Frühling als Bonus aus einem alten Vergütungsprogramm zugesprochen worden waren. Anzunehmen ist aber, dass die gewohnt kritischen Kleinaktionäre ein weiteres Mal auch über diese Millionenzahlung an den Manager sprechen werden.

Gegen den Vergütungsbericht hatte sich vor einem Jahr unter anderem die Stiftung Ethos stark gemacht, die Pensionskassen vertritt. Auch dieses Mal will Ethos mit ihrem Direktor Dominique Biedermann, inzwischen eine Gallionsfigur kritischer Aktionäre, gegen die ihrer Ansicht nach immer noch zu hohen Löhne und Boni stimmen.

Ethos wendet sich ebenfalls gegen die traktandierte bedingte Kapitalerhöhung. Die CS will von den Aktionären grünes Licht für die Ausgabe der so genannten Coco-Bonds, also Obligationen, die im Krisenfall zu Aktien umgewandelt werden. Mit den Cocos will die Bank grössere Reserven anlegen, wie sie die künftig schärferen Regulierungsbedingungen für Banken fordern.

Laut Ethos dienen die Cocos aber nur der Absicherung unrentabler Aktivitäten der Investmentbank. Die Aktionärsgruppierung ISS, die sich vor einem Jahr kritisch zur CS-Führung gestellt hatte, stimmt hingegen für die bedingte Kapitalerhöhung.

(laf/cms/awp/sda)

Anzeige