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Wegelin-Verkauf: Kunden zogen Milliarden ab

Bei vielen Kunden offenbar nicht mehr beliebt: die Bank Wegelin & Co. in St. Gallen. (Bild: Keystone)

Raiffeisen soll laut einem Bericht zwischen 500 und 600 Millionen Franken für die Bank Wegelin gezahlt haben. Deren Teilhaber wollten demnach mit dem Verkauf vor allem ihr Portefeuille schützen. Denn die Kunden zogen Gelder in Milliardenhöhe ab.

Veröffentlicht 29.01.2012

Raiffeisen hat laut der Zeitung «Der Sonntag» für die in Notenstein umfirmierte Wegelin-Kernbank zwischen 500 und 600 Millionen Franken bezahlt. Der Verkauf sei dabei keine unmittelbare Reaktion auf den Druck der USA gewesen, schreibt das Blatt unter Berufung auf Insider.

Grund seien vielmehr verunsicherte Kunden gewesen, die ihre Gelder abgezogen und die Bank so in Schieflage gebracht hätten. Der Zeitung zufolge soll die Bank Wegelin in kurzer Zeit 4 Milliarden Franken Kundenvermögen verloren haben und damit 15 Prozent ihrer gesamten Assets. Laut Bank-Insidern sei es den Wegelin-Teilhabern um Konrad Hummler vor allem darum gegangen, mit dem schnellen Verkauf der Bank ihr eigenes Portefeuille zu schützen.

«Bruderer musste Hummler die Realitäten aufzeigen»

Auch die «NZZ am Sonntag» beziffert die abfliessenden Gelder: Mindestens 3 Milliarden Franken hätten Kunden bis Mitte Januar abgezogen, berichtet das Blatt. Demnach hatten institutionelle Kunden begonnen, ihre Anlagen abzuziehen. Stiftungsräte von Pensionskassen seien angesichts des Ärgers der Bank mit der US-Justiz nervös geworden.

Den ersten Schritt zum Wegelin-Verkauf hat laut «NZZ am Sonntag» allerdings nicht Bankchef Konrad Hummler gemacht, sondern Teilhaber Otto Bruderer. Der habe am 16. Januar Kontakt zu Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz aufgenommen. «Bruderer musste Hummler die Realitäten aufzeigen», zitiert die Zeitung «einen, der eng mit beiden zusammengeabritet hat».

(tno)

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