Die zunehmenden globalen Konjunktursorgen hinterlassen in der Bilanz des schweizerisch-britischen Bergbauunternehmens Xstrata Spuren. Der Überschuss ging im ersten Halbjahr angesichts gesunkener Rohstoffpreise um ein Drittel auf 1,9 Milliarden US-Dollar zurück, wie das vor der Übernahme durch den Rohstoffhändler Glencore stehende Unternehmen  in Zug mitteilte. Damit schlug es sich allerdings besser als von Analysten erwartet.

Der Umsatz sank um 7 Prozent auf 15,6 Milliarden Dollar. Der zyklische Abschwung der Rohstoffpreise habe Xstrata in den ersten sechs Monaten getroffen, sagte Vorstandschef Mick Davis. «Vor allem die Preise von Nickel und Zink sind deutlich gefallen.» Zudem drückten die hohen Investitionen in neue Minen auf den Gewinn.

Grosse Hoffnungen setzt das Unternehmen in den geplanten Zusammenschluss mit Glencore. Allerdings sind davon noch nicht alle Aktionäre überzeugt. Der Staatsfonds von Katar fordert ebenso wie die Vermögensverwalter Standard Life, Schroders und Knight Vinke als Xstrata-Grossaktionäre mehr Geld. Ihnen ist der im Februar von Glencore gebotene Aufschlag von 15 Prozent auf den damaligen Aktienkurs zu wenig.

Damit ist der Anteil der skeptischen Aktionäre bereits nahe an der Schwelle von 16,48 Prozent, ab der die Übernahme blockiert werden könnte. Glencore selbst hält bereits 34 Prozent der Xstrata-Aktien, darf aber nach britischem Recht bei der Übernahme nicht mitstimmen, wenn die Anteileigner am 7. September über den Zusammenschluss entscheiden. Ursprünglich sollten die Aktionärsversammlungen bereits im Juli stattfinden, wurden dann aber verschoben.

Der Xstrata-Vorstand hatte seinen Anteilseignern die Annahme des Glencore-Angebots empfohlen. Durch den «Zusammenschluss unter Gleichen» soll eine Gesellschaft mit einem Jahresumsatz von fast 210 Milliarden Dollar entstehen. Gemeinsam würden Glencore und Xstrata die gesamte Kette der Wertschöpfung von der Förderung über den Transport bis zum Verkauf von Bodenschätzen unter einem Dach vereinen und damit über eine entsprechende Marktmacht verfügen. Xstrata-Chef Davis gab sich optimistisch, das Geschäft noch in diesem Jahr abschliessen zu können.

(tno/aho/awp)

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