Die USA haben gegen17 Grossbanken Klage auf Schadenersatz in Milliardenhöhe eingereicht, erklärte die US-Aufsichtsbehörde FHFA am Freitag in Washington. Der Grund: Mit unlauteren Hypothekengeschäften sollen die Banken vor drei Jahren die Finanz- und Wirtschaftskriseangeheizt haben.

Von der Klage sind auch sieben weitere ausländische Institute betroffen. Die US-Regierung wirft den Banken vor, im Vorfeld der Bankenkrise 2008 sogenannte Giftpapiere finanzschwacher Schuldner gebündelt und als Sicherheit an Investoren vermittelt zu haben.

Die Zahlungsausfälle der Schuldner hätten zum Wertverlust der Papiere beigetragen und unter anderem die grössten US-Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac in Schieflage gebracht. Beide Banken machten in der Finanzkrise fast 30 Milliarden Dollar Verlust und mussten vom Staat gerettet werden.

Konsumentenschutzanwälte fordern seit Jahren, die Banken auf Schadenersatz zu verklagen. Ob es zu einem Prozess kommt, ist noch ungewiss. In den USA sind aussergerichtliche Verhandlungen über eine gütliche Einigung üblich.

Banken weisen Verantwortung zurück

Unter anderen sind die Bank of America, JP Morgan Chase, Goldman Sachs, HSBC, Credit Suisse, die Deutsche Bank und die Société Générale von den bei einem New Yorker Gericht eingereichten Klagen betroffen. Laut «New York Times» vom Donnerstag will die FHFA die Grossbanken nicht zu einem Rückkauf der Ausfallpapiere zwingen, sondern Entschädigungszahlungen an Fannie Mae und Freddie Mac durchsetzen.

Die Banken argumentieren, die Verluste der Baufinanzierer seien auf die allgemeine Wirtschaftskrise zurückzuführen gewesen. Ausserdem seien die beiden Institute ausreichend erfahren gewesen, um alle Risiken einschätzen zu können.

So wies auch die Bank of America in einer Erklärung vom Freitag jegliche Verantwortung zurück. Die Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac hätten auf wirtschaftliche Faktoren als Ursache für die Verluste verwiesen, so unter anderem die hohe Arbeitslosigkeit, erklärte die Bank.

(rcv/sda)

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