Abo
Grรถsster Tagesverlust seit acht Monaten

UBS-Aktie schmiert nach Jahreszahlen ab โ€“ das sind die Grรผnde

Die Grossbank erzielt im letzten Quartal des vergangenen Jahres mehr Gewinn als vom Markt erwartet. Dennoch sind die Investoren unzufrieden.

Sergio P. Ermotti, Group Chief Executive Officer of Swiss bank UBS speaks during a delegates' meeting of the FDP party of the Canton of Zurich on Tuesday April 8, 2025 in Zurich, Switzerland. (KEYSTONE/Michael Buholzer)..

UBS-CEO Sergio Ermotti: Trotz Milliardengewinn werden die Aktien der Grossbank am Mittwoch abgestraft.ย 

Keystone

Werbung

Die UBS hat im Schlussquartal 2025 einen Milliardengewinn erzielt und die Schรคtzungen des Marktes klar รผbertroffen. Im vierten Quartal 2025 erzielte die UBS einen Gewinn von 1,2 Milliarden US-Dollar oder 56 Prozent mehr als im Vorjahr. Analysten hatten im Schnitt mit knapp 970 Millionen Dollar gerechnet.

Vor Steuern verdiente die UBS mit 1,7 Milliarden gut 60 Prozent mehr. Bereinigt um Integrationskosten spricht die UBS von einem Vorsteuergewinn fรผr die Periode von 2,87 Milliarden.

Die Ertrรคge der Bank stiegen um 4 Prozent auf 12,2 Milliarden Dollar, wรคhrend der Aufwand mit 10,29 Milliarden um 1 Prozent zurรผckging. Das fรผr Banken wichtige Kosten/Ertrags-Verhรคltnis liegt bei 75,2 Prozent. Fรผr das Gesamtjahr 2025 weist die UBS damit einen Gewinn von 7,8 Milliarden Dollar aus oder 53 Prozent als im Vorjahr.

UBS-Aktie fรคllt - die Grรผnde

Dennoch fรคllt die Aktie der UBS am Mittwoch deutlich. Zum Handelsschluss liegt das Minus bei rund 6,3 Prozent auf 34,78 Franken. Damit steuert der Titel auf den grรถssten Tageverlust seit dem 10. Juni hin. Damals verlor die Aktie 4,9 Prozent. Die UBS-Aktie hat in diesem Jahr neu eine Negativperformance von rund 9 Prozent.

Die Analysten der kanadischen RBC schreiben, dass das Ergebnis fรผr das vierte Quartal die Erwartungen รผbertroffen habe. Dies sei angesichts der Ergebnisse der Mitbewerber allerdings ยซnicht vรถllig รผberraschendยป.

Partner-Inhalte

Es gibt auch andere Grรผnde als fehlende รœberraschungseffekte fรผr die harsche Reaktion an der Bรถrse: Analysten von Oddo bemรคngeln etwa die schwachen Neugeldzuflรผsse im Bereich Global Wealth Management (GWM). Auch die Zรผrcher Kantonalbank weist darauf hin, dass die Neugeldzuflรผsse in der Vermรถgensverwaltung unter dem Vorjahreswert liegen. Die Zahl der investierten Vermรถgen sei ebenfalls tiefer ausgefallen als der Konsens.

Total sammelte die UBS im Gesamtjahr 2025 รผber 100 Milliarden Dollar Nettoneugeld in der globalen Vermรถgensverwaltung. Im vierten Quartal fiel der Zufluss mit 8,5 Milliarden jedoch gering aus. Wรคhrend die Regionen EMEA (+12,4 Milliarden Dollar), Asien-Pazifik (+6,0 Milliarden Dollar) und Schweiz (+4,4 Milliarden Dollar) im Schlussquartal im GWM Netto-Zuflรผsse verzeichneten, ergab sich in Americas ein Netto-Abfluss von 14,1 Milliarden.

Die UBS rechnet im laufenden ersten Halbjahr 2026 derweil weiterhin mit Gegenwind bei den Netto-Neugeldern in den USA, wie UBS-Finanzchef Todd Tuckner gegenรผber Analysten sagte. In den USA habe es, so Tuckner, einen Rekrutierungs-Impact und Marktbewegungen bei Beratern innerhalb der Branche gegeben. รœberdies hbe die UBS den Fokus auf die Margen gelegt, was den Kundengeldzufluss negativ beeinflusst habe. Die UBS baue die Rekrutierungs-Pipeline aber wieder auf.

Werbung

Der Analyst von JPMorgan setzt punkto UBS-Neugelder ebenfalls ein dickes Fragezeichen. Er weist zudem darauf hin, dass der von der UBS angekรผndigte Aktienrรผckkauf von 3 Milliarden Dollar unter den Konsensprognosen liegt.

UBS betont Mรถglichkeit weiterer Aktienrรผckkรคufe

Die UBS betonte aber am Mittwoch die Mรถglichkeit weiterer Rรผckkรคufe. Die Hรถhe sei von der finalen Ausgestaltung der neuen Regulierung in der Schweiz sowie der Erreichung der Finanzziele abhรคngig. 2026 sollten die Aktienrรผckkรคufe vor Beginn der Diskussion รผber die verschรคrften Kapitalvorschriften wieder das Niveau von vor der รœbernahme der Credit Suisse erreicht werden. Im Jahr 2022 lagen diese bei 5,6 Milliarden Dollar.

ยซDie Absicht, 2026 lediglich Aktienrรผckkรคufe im Wert von 3 Milliaren Dollar durchzufรผhren, was dem Wert von 2025 entspricht und unter den Konsensprognosen von 3,4 Milliarden Dollar liegt, sowie das Fehlen eines Updates zu den Kapitalerhรถhungsforderungen der Regierung, das enttรคuschtยป, schreibt Bloomberg Intelligence zum Thema Aktienrรผckkรคufe. Die Aktionรคre sollen fรผr das Geschรคftsjahr eine Dividende von 1,10 Dollar pro Aktie erhalten nach 90 Cents im Vorjahr.

Pro memoria: Um eine mรถgliche Schieflage der im Verhรคltnis zur Grรถsse des Landes grossen UBS in Zukunft zu verhindern, will der Bundesrat der UBS vorschreiben, zur Sicherheit zusรคtzliches Eigenkapital von 24 Milliarden Dollar vorhalten zu mรผssen. Die UBS wehrt sich gegen die Vorschlรคge, weil sie Nachteile gegenรผber den internationalen Rivalen befรผrchtet und die Ausschรผttungen an die Aktionรคre gefรคhrdet sein kรถnnten.

Werbung

EInen Schub erlebte die UBS-Aktie im Dezember nach einem Vorschlag von Parlamentsabgeordneten, die die Vorgaben deutlich abschwรคchen wollen. Finanzministerin Karin Keller-Sutter will bei ihrer harten Linie bleiben. Am Schluss entscheidet in der Kernfrage das Parlament.

Die Marktbedingungen blieben ยซkonstruktivยป

Die Bank bestรคtigte indes ihre Ziele fรผr 2026. Und das Mittelfristziel einer Rendite auf das harte Kernkapital von rund 18 Prozent wurde wieder aufgenommen, nachdem es wegen der Kapitaldiskussion zwischenzeitlich ausgesetzt war. Neu wird bis 2028 eine Cost/Income-Ratio von rund 67 Prozent angestrebt.

Zu Beginn des ersten Quartals 2026 sei das gesamtwirtschaftliche Umfeld weiterhin von einem stetigen globalen Wachstum und einer nachlassenden Inflation geprรคgt, hiess es im Ausblick der Bank. Die Marktbedingungen blieben insgesamt ยซkonstruktivยป, wobei eine breitere Streuung im Aktienmarkt und eine sektorale Rotation die Kundenaktivitรคt sowie ein gesundes Transaktions- und Kapitalmarktgeschรคft samt Pipeline unterstรผtzen wรผrden.

(Mit Material von AWP und Reuters)

Dieser Artikel erschien zuerst bei Cash.
 

Werbung