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Wegen seines brüsken Vorgehens gegen WEF-Gründer Klaus Schwab steht Axa-Chef Thomas Buberl unter Druck.
Thomas Buberl steht seit neun Jahren an der Spitze des französischen Versicherungskonzerns, seit zwei Jahren ist er Stiftungsrat bei der Kühne-Stiftung.
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Es waren zwei prominente Zugänge, die im November 2023 in den Stiftungsrat der Kühne-Stiftung einzogen: Jens Weidmann, langjähriger Chef der Deutschen Bundesbank und aktuell Aufsichtsratschef der Commerzbank, sowie Thomas Buberl, CEO des französischen Versicherungskonzerns Axa. Patriarch Klaus-Michael Kühne hatte die Stiftung mit Sitz in Schindellegi SZ 1976 zusammen mit seinen Eltern Alfred und Mercedes Kühne gegründet. Sie soll dereinst die Mehrheit an der Kühne Holding übernehmen, in der Kühne seine Beteiligungen gebündelt hat. Kerninvestment ist dort der Logistik-Dienstleister Kühne+Nagel.
Doch Weidmann gab im Juni nach gerade eineinhalb Jahren seinen Abschied auf November bekannt. Offenbar war ihm das Aktivitätsfeld zu überschaubar: Die Stiftung investiert vor allem in die Logistik via die «Kühne Logistics University» in Hamburg, dazu kommen Anlagen in Medizin, Kultur und Klimaschutz. Strategisch wichtig, so hat es der 88-jährige Kühne geplant, wird sie erst nach seinem Ableben, wenn sie das Portfoliomanagement seiner Beteiligungen steuern soll.
Der Abgang Weidmanns verbesserte Buberls Situation. Der ehemalige «Zürich»-Schweiz-Chef spielte eine Schlüsselrolle in dem Drama, das das World Economic Forum (WEF) in diesem Jahr in eine Existenzkrise stürzte: Als Chef des Audit-&-Risk-Komitees lancierte er ohne Rücksprache mit dem WEF-Stiftungsrat eine Untersuchung gegen den Gründer Klaus Schwab. Grundlage waren anonyme Anschuldigungen wegen Machtmissbrauchs und unkorrekter Geldflüsse. Sie hätten sich ohne aufwendige Untersuchung entkräften lassen und erwiesen sich dann auch als unzutreffend: Die Untersuchung sprach Schwab vollständig frei.

Klaus-Michael Kühne investiert über seine Stiftung in Ausbildung, Medizin, Kultur und Klimaschutz.
Laif
Klaus-Michael Kühne investiert über seine Stiftung in Ausbildung, Medizin, Kultur und Klimaschutz.
LaifBuberls brüskes Vorgehen sorgte bei Mitgliedern des elfköpfigen Stiftungsrats für Unmut, offenbar auch bei Patriarch Kühne. Im kleinen Kreis soll auch über eine Trennung von Buberl diskutiert worden sein. Doch nach dem Abgang Weidmanns siegte offensichtlich der Wunsch nach Ruhe.
Kühne lässt dann auch sibyllinisch ausrichten, der Stiftungsrat habe sich «nicht näher» mit der «Angelegenheit Buberl» befasst und sehe «keinen Handlungsbedarf». Doch eine Ausweitung von Buberls Einfluss im Kühne-Reich gilt als unwahrscheinlich.
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