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Thailand-Flut kostet Swiss Re 600 Millionen Dollar

Es regnete in Thailand so viel wie seit 50 Jahren nicht mehr. (Bild: Keystone)

Auch die Industrie hat die schweren Überschwemmungen in Thailand zu spüren bekommen. Viele Betriebe mussten ihre Produktion aussetzen. Das hat für den Rückversicherer Swiss Re teure Folgen.

Veröffentlicht 06.12.2011

Die schweren Überschwemmungen in Thailand dürften den Rückversicherer Swiss Re (Aktienkurs Swiss Re) rund 600 Millionen Dollar kosten. Zwischen Juli und Oktober dieses Jahres hat es in Thailand so viel geregnet wie schon seit 50 Jahren nicht mehr. Hunderte Menschen kamen ums Leben.

Laut Schätzungen der Swiss Re sind bei den Monsun-Regenfällen etwa 1500 Industriebetriebe überflutet worden, grösstenteils Fabriken, die im Besitz japanischer Unternehmen sind oder diese beliefern. In kleinerem Umfang seien auch westliche, international tätige Firmen betroffen, heisst es in einem Communiqué. In der globalen Produktionskette spielt das Land eine bedeutende Rolle.

Zweitgrösster Hersteller von Festplattenlaufwerken

So ist Thailand etwa weltweit der zweitgrösste Hersteller von Festplattenlaufwerken. Der gesamte Wert der versicherten Risiken in den Industriegebieten beläuft sich laut dem thailändischen Office of Insurance Commission auf 20 Milliarden US-Dollar. Nur ein Prozent der Eigenheimbesitzer in dem Land sind gegen die Folgen solcher Überschwemmungen versichert. Die Schäden durch Überschwemmungen beim Gewerbe und bei der Grossindustrie sind von Allgefahrenversicherungen gedeckt. Der gesamte versicherte Schaden wird auf 8 bis 11 Milliarden Dollar geschätzt.

In ihren Schätzungen bleibt die Swiss Re vorsichtig. Auch wenn sich die Wasserstände langsam zurückbildeten, seien sie nach wie vor hoch. Die Wiederaufnahme des Betriebs verzögere sich daher in einigen Fabriken, was wiederum dazu führt, das Begutachter diese nur schwer begehen können.

Schätzung höher als erwartet

Die Bank Vontobel hat in Thailand für Swiss Re mit einer Schadenbelastung zwischen 300 und 400 Millionen Dollar gerechnet. Trotzdem sei im vierten Quartal ein Reingewinn zu erwarten. Allerdings sei die Wahrscheinlichkeit gesunken, dass Swiss Re wie im Vorjahr eine Dividende von 2,75 Franken ausschütten könne. Positiv wertet Analyst Stefan Schürmann den Fakt, dass die hohen Schäden die Preise für Rückversicherung weiter in die Höhe treiben dürften.

Auch Fabrizio Croce von Kepler hat im Vorfeld mit einer nicht so hohen Belastung aus Thailand für den Rückversicherer gerechnet. Seine Erwartung lag bei 450 Millionen. Und es dürften noch weitere Versicherungsansprüche angemeldet werden, womit die Unsicherheit wachse, so Croce.

Die von Swiss Re angegebene Schadenlast entspreche rund 3 Prozent der gesamthaft versicherten Schäden und liege damit etwa in den Marktschätzungen, meint Georg Marti von der ZKB. Die Belastung mache rund 27 Prozent des Vorsteuergewinns nach neun Monaten aus und sei somit erheblich. Auf den Buchwert bezogen mache der Schaden allerdings lediglich 2 Prozent aus.

An der Börse büssen Swiss Re bis um 10.15 Uhr um 0,4 Prozent auf 49,50 Franken ein, während der Gesamtmarkt (SMI) dank der Unterstützung der Index-Schwergewichte um 0,41 Prozent zulegen kann.

(laf/vst)
 

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