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Digitec Galaxus und Brack bieten den Mitbewerbern aus China und den USA die Stirn – nun drängt ein neuer Player auf den Markt.
Blick in eine Anlage von Digitec Galaxus.
PRDonald Trump lieferte mit seinen Strafzöllen dem Mitgründer von Digitec Galaxus, Oliver Herren, eine Steilvorlage: «Willst du weniger bei US-Konzernen einkaufen?», schrieb der Teilhaber des Onlinehändlers auf dem Businessnetzwerk LinkedIn. Galaxus sei der «europäische Gegenentwurf zum US-Amazon-Onlineshopping». In der Schweiz ist der Riese unter den Onlinehändlern jedoch nicht Jeff Bezos’ Amazon: Digitec Galaxus erzielt hierzulande mit 2,8 Milliarden Franken dreimal so viel Umsatz wie der US-Konzern und ist klarer Marktführer. Ein weiterer starker Schweizer Player ist Brack-Alltron, im Besitz des Unternehmers Roland Brack, mit einem Jahresumsatz von über einer Milliarde Franken.
Neben der US-Konkurrenz sorgen derzeit vor allem die Chinesen für Wirbel. Nach AliExpress sind mit Temu und Shein weitere Anbieter in den Schweizer Markt eingetreten, die mit Billigangeboten Kunden in grosser Zahl anlocken. Demnächst folgt JD.com. Ihr Erfolgsrezept: ultratiefe Preise, ein nahezu unendliches Sortiment und aggressive Social-Media-Kampagnen. Doch die Schweizer Player lassen sich nicht an die Wand drängen – im Gegenteil. Das Geschäft brummt: Digitec Galaxus steigerte die Einnahmen 2024 um 18 Prozent. Auch im laufenden Jahr wird es zu einem zweistelligen Wachstum kommen. Hendrik Blijdenstein, Chief Commercial Officer des Branchenprimus, ist zuversichtlich für den weiteren Geschäftsverlauf. «2025 verläuft bislang sehr positiv. Wir setzen den Kurs des Vorjahres fort.»
Für das ursprünglich als Digitec gegründete Unternehmen bleiben Elektronikartikel die wichtigste Kategorie. Mit der Erweiterung zum umfassenden Onlinewarenhaus wurde der Name Galaxus eingeführt – und dem wird der Händler immer deutlicher gerecht. Das Beauty-Segment vom Lippenstift bis zum Hautverjüngungsgerät wächst stark. Immer öfter tritt der Onlineanbieter, der sich im Mehrheitsbesitz der Migros befindet, als Konkurrent seines eigenen Mutterhauses auf. «Besonders erfreulich entwickelt sich die Kategorie der lang haltbaren Lebensmittel», sagt Blijdenstein, der schon über zehn Jahre im Management des Onlinespezialisten arbeitet. Die Auswahl an Kaffee, Schokolade und pflanzlicher Milch übertrifft inzwischen diejenige jeder Migros-Filiale. Für den orangen Riesen ist die erfolgreiche Tochter damit Fluch und Segen. Je mehr Lebensmittel über deren Kanal laufen, desto eher leidet das Ergebnis der einzelnen Genossenschaften, die ohnehin schon mit Marktanteilsverlusten kämpfen. Dafür bleibt der Umsatz innerhalb des Konzerns.
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