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Richemont mit Umsatzplus aber verhaltenem Ausblick

Die Marke Cartier trug besonders zum Wachstum bei. (Bild: Keystone)

In den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahres ist der Luxusgüterkonzern Richemont in allen Bereichen gewachsen. Für den Rest des Jahres ist man aber nicht besonders zuversichtlich.

Veröffentlicht 07.09.2011

Im Vorfeld der heutigen Generalversammlung hat der Luxusgüterkonzern Richemont (Aktienkurs Richemont) seine Umsätze für die ersten fünf Monate des Geschätsjahres 2011/12 bekannt gegeben. Demnach konnte die Gruppe ihren Umsatz deutlich steigern. Sie  profitiert weiterhin von der starken Nachfrage nach Schmuck und Uhren, insbesondere in Asien. Im Ausblick gibt sich Richemont-Chef Johann Rupert aber vorsichtig optimistisch. Der starke Franken dürfte weiterhin auf die Margen drücken.

In den Monaten April bis August steigerte Richemont den Umsatz in der Berichtswährung Euro um 29 Prozent. In Lokalwährungen wuchs der Umsatz um 35 Prozent, teilte der Konzern im Vorfeld der ordentlichen Generalversammlung mit.

Einmal mehr war die Region Asien-Pazifik (ohne Japan) der Wachstumstreiber. Dort wuchs der Umsatz um 46 Prozent in Euro respektive 59 Prozent in Lokalwährungen. Das Konsumentenvertrauen in Asien sei nach wie vor gut, ausserdem hätten die Marken (Maisons) stark in ihr Vertriebsnetz investiert.

Japan-Entwicklung durch Tsunami belastet

In den Regionen Americas verzeichnete Richemont Wachstumsraten von 26 Prozent respektive 41 Prozent und in Europa 21 Prozent und 22 Prozent. Japan legte lediglich um 7 Prozent in Euro und 8 Prozent in Lokalwährungen zu. Allerdings sei die Entwicklung durch die Folgen der schweren Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe belastet worden.

Nach Geschäftssegmenten wuchsen die Absätze im Bereich Schmuck mit den Marken Cartier und Van Cleef & Arpels in Lokalwährungen um 41 Prozent. Die Uhrenumsätze (IWC, Jaeger-LeCoultre, Piaget etc.) erhöhten sich derweil um 34 Prozent und mit Schreibwaren (Montblanc) setzte die Gruppe gegenüber dem Vorjahr 15 Prozent mehr um. Der Bereich Übrige mit den Accessoire-Marken Dunhill und Chloe oder dem Online-Portal Net-a-Porter wuchs mit 30 Prozent.

Im Detailhandel stiegen die Umsätze in Lokalwährungen um 44 Prozent und im Grosshandelgeschäft nahm er um 27 Prozent zu. Die bessere Entwicklung im Retail-Bereich sei auf die gute Performance der eigenen Boutiquen, den Ausbau des Netzwerks vor allem in Asien sowie auf das starke Wachstum von Net-a-Porter zurückzuführen, heisst es.

Mit den heute publizierten Wachstumsraten hat Richemont die Markterwartungen übertroffen. Die Analysten hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) mit einem Umsatzanstieg in Euro um 17 Prozent und in Lokalwährungen von knapp 22 Prozent gerechnet.

Euro-Schuldenkrise überschattet Prognose

Den Geschäftsverlauf für den Rest des Geschäftsjahres vorauszusagen, sei sehr schwierig, wird Johann Rupert in der Mitteilung zitiert. Die Schuldenprobleme in der Eurozone dürften in den kommenden Monaten auch die Unternehmen zu spüren bekommen, vor allem wenn auch die Wachstumsmärkte davon betroffen sein werden.

Unter diesen Umständen wäre es zu optimistisch zu glauben, dass sich die derzeit gute Entwicklung im Handel fortsetzen werde, so Rupert. Ausserdem werde die Vorjahresbasis für die Entwicklung der Richemont-Umsätze in den nächsten Monaten deutlich höher und somit schwieriger zu übertreffen sein.

Rupert geht zudem davon aus, dass der starke Schweizer Franken für Richemont weiterhin negative Auswirkungen haben wird. Richemont habe in der Schweiz einen Grossteil der Produktion, die Firmenzentrale und auch viele Maisons hätten ihren Sitz in der Schweiz. Daher werde der Franken weiter auf die Margen drücken, so der Richemont-Chef.

An Investitionsplänen festhalten

Richemont könne sich in diesem schwierigen Umfeld auf eine starke Bilanz stützen. Die Netto-Cash-Position steht mit 2,6 Milliarden Euro in etwa auf dem Niveau von Ende März. Die Gruppe werde an den Investitionsplänen festhalten und blicke mit «vorsichtigem Optimismus» in die Zukunft.

Für das erste Halbjahr (April bis September) rechnet die Gruppe allerdings noch mit einem deutlichen Anstieg beim Umsatz und beim operativen Gewinn. Aufgrund von Währungsverlusten bei der Umrechnung in der Bilanz sowie einem Bewertungsgewinn im Zusammenhang mit der Net-a-Porter-Übernahme von 101 Millionen Euro in der Vorjahresperiode werde aber der den Aktionären zurechenbare Gewinn mehr oder weniger auf Vorjahresniveau liegen.

Den Bericht für das erste Halbjahr 2011/12 wird Richemont am 11. November vorlegen.

(laf/tno/awp)

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