Am Dienstag eröffnet Novartis die Saison der Generalversammlungen. Der frühe Termin ist noch ein Vermächtnis des langjährigen Übervaters Daniel Vasella. Der wollte nicht nur die erste Bilanzpressekonferenz des Jahres abhalten - dritte Januarwoche - sondern auch als erster das lästige Aktionärstreffen hinter sich bringen. Es wird also an Vasellas Nachfolger Jörg Reinhardt liegen, den Ton für den Jahrgang 2017 zu setzen.
Überraschenderweise könnte ein Thema wieder aufkommen, das in den letzten Jahren an Brisanz verloren hatte: Die Bezahlung der Top-Manager. In England und den USA bereiten sich die Verwaltungsräte auf eine heisse Saison vor. Denn die Kritik an den globalisierten, heimatlosen Konzernen, von Theresa May genauso scharf geäussert wie von Donald Trump, manifestiert sich auch an ihren abgehobenen Salärpaketen. «Die Manager-Vergütung braucht eine radikal neue Struktur» schrieb etwa die Financial Times jüngst in einem Leitartikel.
Reinhardt hat sich glücklicherweise vom
masslosen Vasella und dessen 40-Millionen-Paketen abgesetzt und beweist, dass der Konzern auch mit einem Präsidenten-Salär von weniger als 4 Millionen Franken überleben kann. Doch
nirgends verdienen die VR-Präsidenten so viel wie in der Schweiz, und die Grossaktionäre der SMI-Konzerne sind die gleichen institutionellen Anleger, die die Debatte jetzt auch in London und New York antreiben. «Fat cats» heissen die üppig begüterten Führungskräfte dort. Ihre Milchtöpfe werden sie auch in der Schweiz aggressiver verteidigen müssen.