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BILANZ-Briefing

Der IPO der Credit Suisse stirbt einen langsamen Tod

Insider bestätigen: Der Börsengang der CS-Schweiz ist de facto gestorben. Doch das Seltsame bleibt: Die Bank will es nicht kommunizieren. Stattdessen zaudert Chef Tidjane Thiam. Das hat seinen Grund.

Dirk Schütz

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Tidjane Thiam: Dirk Schütz ist skeptisch über den Börsengang. Keystone RMS

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Meine Skepsis über den Börsengang der CS-Schweiz habe ich schon mehrfach zum Ausdruck gebracht: zu teuer, zu komplex, zu wenig Kundennutzen. Jetzt bestätigen Insider, dass das Projekt de facto gestorben ist. Doch das Seltsame bleibt: Die CS will es nicht kommunizieren.

Bankchef Tidjane Thiam führt im Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» am Mittwoch einen Eiertanz auf. Zwar gibt er offen zu, dass das Projekt von Anfang an nur eine Kapitalbeschaffungs-Massnahme war - bei der Lancierung vor eineinhalb Jahren wurde das noch vehement bestritten. Doch neu ist der Börsengang plötzlich nur noch eine «Rückversicherung» - eine Abschwächung zum zuletzt verwendeten Terminus «Option». Wann fällt die Entscheidung? «Wir werden so bald wie möglich weitere Details kommunizieren.»

Thiam will seinen Bonus abfedern

Aha. Die Aktionäre warten seit drei Monaten auf ein klares Zeichen, genauso wie die heimischen Mitarbeiter, denen lukrative CS-Schweiz-Aktien versprochen wurden. Doch der Chef analysiert noch. Bleibt die Frage: Warum gibt er dann überhaupt ein Interview?

Die Antwort lautet wohl: Um die Empörung über seinen Bonus abzufedern. Denn das heute bekannt gewordene Gesamtpaket in Höhe von etwa 12 Millionen Franken ist bei einem Jahresverlust von mehr als 2 Milliarden eine Zumutung und zementiert alle Zerrbilder über die Bankerskaste. «Die Verluste sind das Resultat von Entscheidungen in früheren Jahren», schiebt Thiam im Interview vorauseilend die Schuld von sich. Deutsche-Bank-Chef John Cryan verzichtet nach Milliardenverlust auf seinen Bonus und hat eine Kapitalerhöhung von 8 Milliarden Euro verkündet. Tidjane Thiam nimmt den Bonus und schwadroniert.

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Dieser Text ist ein Auszug aus dem BILANZ-Briefing von Chefredaktor Dirk Schütz – dem wöchentlichen Blick auf die Köpfe der Wirtschaft aus unserer exklusiven Insider-Perspektive. Abonnieren Sie hier Ihr wöchentliches Briefing.
Was Schweizer CEOs 2016 verdient haben, sehen Sie in der Bildergalerie:
So viel haben Schweizer Chefs 2016 verdient:Platz 41: Magdalena Martullo - CEO von EMS-Chemie
Die Familieneigentümerin zahlt sich mit 1,3 Millionen Franken einen bescheidenen Lohn aus. Das ist immerhin 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Ranking ist sie im übrigen die einzige weibliche Geschäftsführerin.
Platz 34: Christian Buhl - CEO von GeberitDie Gewinnsteigerung des Sänitärtechnikkonzerns Geberit kommt auch der Geschäftsleitung und den Aktionären des Sanitärtechnikkonzerns zugute. Geberit-Chef Buhl hat 2016 mit 2,3 Millionen Franken 28 Prozent mehr verdient als im Vorjahr.
Platz 25: Patrick Frost - CEO von Swiss Life
Swiss-Life-Chef Patrick Frost hat im vergangenen Jahr 3,82 Millionen Franken Salär erhalten. Der Basislohn ist gesunken, die Boni sind gestiegen.
Platz 17: Nick Hayek - CEO von Swatch
Swatch-Chef Hayek hat im Jahr 2016 Vergütungen von insgesamt 6,13 Millionen Franken erhalten. Das sind rund 700'000 Franken weniger als noch im Vorjahr. Dabei betrug der Basislohn von Hayek unverändert 1,5 Millionen Franken. Der Rest der Vergütung setzt sich aus Boni, Aktienoptionen sowie Pensionsleistungen und weiteren Sozialleistungen zusammen.
Platz 17: Alexander Friedman - CEO von GAM
Der GAM-Chef hat 2016 ebenfalls 6,1 Millionen Franken verdient. Im Vergleich zum Lohn 2015 sind das ganze 23 Prozent mehr.
Boris Collardi
Platz 15: Christian Mumenthaler - CEO von Swiss Re
Der seit Anfang Juli 2016 amtierende Konzernchef des Rückversicherers Swiss Re, Christian Mumenthaler, hat im vergangenen Jahr insgesamt 6,25 Millionen Franken verdient.
Platz 14: Bracken Darrell - CEO von Logitech
Auch für Bracken Darrell gab es mit 7,1 Millionen Franken mehr als das Jahr zuvor. Die Lohnerhöhung beträgt 11 Prozent.
Gleich viel war für den CEO von Partners Group André Frei drin: Auch er wurde 2016 mit 7,1 Millionen Franken entlöhnt.
Auch der CEO von Actelion Jean-Paul Clozel hatte mit 7,1 Millionen Franken die gleiche Lohnabrechnung. An der Börse war die kleine Pharmafirma Actelion der Überflieger.
Platz 13: David Arnott - CEO von Temenos
Mit den Softwareaktien liessen sich gute Gewinne erzielen. Chef David Arnott wird dafür auch fürstlich entlöhnt: 7,3 Millionen Franken erhielt er für seine letztjährige Arbeit.
Platz 12: Ernst Tanner - CEO von Lindt & SprüngliLindt & Sprüngli-Konzernchef Tanner hat im vergangenen Jahr eine Gesamtvergütung von 7,7 Millionen Franken eingestrichen. Das ist gleich viel wie im Vorjahr.
Platz 11: Julián Díaz González - CEO von Dufry
Das Jahr zuvor hat er zwar noch 2 Prozent mehr verdient, mit einem Lohn von 7,5 Millionen Franken kann man sich jedoch schlecht beklagen.
Platz 10: Mario Greco - CEO von ZurichDer Italiener hat im vergangenen Jahr 7,8 Millionen Franken verdient. Das Grundgehalt belief sich auf 1,3 Millionen Franken. Zudem erhielt Greco eine bar ausgezahlte Antrittsprämie und leistungsbezogene Aktien im Wert von 4,2 Millionen Franken, die im Jahr 2019 definitiv zugeteilt werden.
Platz 9: Erik Fyrwald - CEO von SyngentaErik Fyrwald erhält fürs letzte Geschäftsjahr einen Lohn von 8,4 Millionen Dollar. Ein Grossteil davon – 5,6 Millionen – soll die ihm entgangene Vergütung beim vorherigen Arbeitgeber Univar im Zuge des Wechsels zu Syngenta kompensieren.
Platz 8: Eric Olsen - CEO von LafargeHolcim
In seinem ersten vollen Jahr erhielt Eric Olsen das achthöchste Gehalt aller SMI-Chefs, nämlich 9 Millionen Franken. Hoffentlich profitieren bald auch die Aktionäre.
Platz 7: Ulrich Spiesshofer - CEO von ABB
Der Lohn des Elektrokonzern-Chefs stieg 2016 auf knapp 9,3 Millionen Franken, nach 9,1 Millionen Franken im Jahr davor.
Platz 6: Richard Lepeu - CEO von Richemont
Vor seiner Pension im März hat der Richemont-Chef 2016 9,7 Millionen Franken verdient. Das sind ganze 32 Prozent weniger als noch 2015.
Platz 5: Paul Bulcke - CEO von Nestlé (bis Ende 2016)Der Nestlé-Chef hat in seinem letzten Jahr als CEO vor Pensionskassen- und AHV-Beiträgen 9,01 Millionen Franken nach 9,07 Millionen Franken im Vorjahr verdient. Die Aktienanteile waren zwar weniger wert als im Vorjahr, dafür erhielt Bulcke höhere Pensionskassenbeiträge. Mit Sozialversicherungsbeiträgen kam Bulcke auf 11,21 Millionen Franken.
Platz 4: Tidjane Thiam - Chef der Credit Suisse
Der Bankmanager hat im letzten Jahr 11,9 Millionen Franken bekommen - im 2015 hatte er für sechs Monate Arbeit noch 4,6 Millionen Franken erhalten. Nach einer freiwilligen Reduktion des Bonus hat sich sein Verdienst allerdings auf 10,24 Millionen Franken verringert. Thiam verdiente damit letztes Jahr weniger als der UBS-Chef Sergio Ermotti.
Platz 3: Joe Jimenez - CEO von NovartisDer Novartis-Chef hat 2016 insgesamt 10,6 Millionen Franken verdient. Novartis verwendet für die Bezifferung des Gehalts neu die sogenannte «realisierte Kompensation». Der Wert der gesamten Entschädigung, die dem CEO in 2016 zugesprochen wurde, wird mit knapp 12 Millionen Franken ausgewiesen. Darin sind auch Boni enthalten, die erst 2018 bezogen werden können.
Platz 2: Severin Schwan - CEO von Roche
Der Pharmariese ist an der Börse ein solider Wert - aber auch nicht mehr. Severin Schwan kam trotzdem gut weg: Sein Lohn betrug 12,3 Millionen Franken, dies ist 8 Prozent weniger als das Jahr zuvor.
Platz 1: Sergio Ermotti - CEO der UBS
Trotz durchschnittlicher Börsenperformance über die Jahre leistet sich die UBS den teuersten CEO der Schweiz. Er kostete die Bank ganze 13,7 Millionen Franken. Bilder: Keystone
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So viel haben Schweizer Chefs 2016 verdient:Platz 41: Magdalena Martullo - CEO von EMS-Chemie Die Familieneigentümerin zahlt sich mit 1,3 Millionen Franken einen bescheidenen Lohn aus. Das ist immerhin 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Ranking ist sie im übrigen die einzige weibliche Geschäftsführerin. Keystone
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