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Porsche: «Jedes Jahr ein Grossereignis»

Der neue Porsche-Chef Matthias Müller geht forsch ans Werk: Bis 2018 will er die Anzahl der Modellreihen verdoppeln und die Verkäufe fast verdreifachen.

Von Franz Rother
2011-01-27
BILANZ: Sie sind nun 100 Tage für ­Porsche tätig. Wie fühlen Sie sich? Matthias Müller: Da fühlten Sie sich nicht gut? Weil Sie nicht wussten, was auf Sie zukommt?Böse Überraschungen gab es nicht? Was haben Sie inzwischen ­entschieden?Sie meinen den Cajun, einen kleinen Geländewagen auf der Basis des Audi Q5?Mussten Sie da nachschärfen?Und war es das?Haben Sie auch über den kleinen Mittelmotor-Roadster entschieden, der in Kooperation mit VW entstehen soll?Woran hapert es bei dem Roadster, welcher derzeit unter dem Projektkürzel 550 firmiert, denn noch?Es muss sich für Porsche auszahlen.Womit wir bei der Frage nach der richtigen Grösse wären. Porsche ver­kaufte 2010 knapp 95  000 Autos, VW-Konzernchef Martin ­Winterkorn nannte mal 150  000 Autos pro Jahr als Absatzziel. Und welches wäre die richtige Zahl? Sie wollen ernsthaft über 200  000 ­Porsche-Fahrzeuge im Jahr pro­duzieren? Geben die genannten Modellreihen denn solche Stückzahlen her? Reichen denn die vorhandenen ­Porsche-Werke für eine Fertigung von 200 000 oder mehr Autos? VW hat nun auch ein Werk in den USA.Der Boxster kam schon mal aus ­Finnland. Wo bauen Sie den 918 Hybrid?Nicht in Leipzig? Angeblich planen Sie auch einen Super­sportwagen oberhalb des Elfers, einen Porsche 929. Gibt der Markt das her?Woran denken Sie?Sie zeigten in Detroit mit dem 918 RSR bereits das dritte Porsche-Fahrzeug mit einem Hybridantrieb. Welchen Stellenwert werden alternative Antriebe für Porsche in Zukunft haben? Wird es denn auch den neuen Carrera mit einem Hybridantrieb geben?Lassen Sie uns zum Geschäft zurückkommen. Der US-Markt hat sich in den zurückliegenden Monaten sehr gut für Porsche entwickelt, die Auslieferungen stiegen um 29 Prozent. Sind Sie damit nun wieder auf Vorkrisenniveau?Was ist denn hier noch drin? Der US-Markt ist der grösste der Welt. Wie entwickelt sich Porsche in China? Die Chinesen diskutieren über eine ­Deckelung der Autoneuzulassungen. Drängender sind die Schadenersatz­klagen gegen Porsche wegen angeblicher Falschinformationen und Marktpreismanipulationen. Kann die Fusion von VW und Porsche noch platzen?Matthias Müller (57) führt seit dem 1.  Oktober 2010 das operative Geschäft der Porsche AG und ist seitdem auch Vorstand der Porsche Automobil Holding SE, in der die Beteiligung von Volkswagen verwaltet wird. Der Vertraute von Konzernchef Martin Winterkorn hat Werkzeugbau ­gelernt und Informatik studiert. Bei Volkswagen leitete er zuletzt das Produktmanagement des Konzerns.
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