Es war ein kerniges Interview, das der Altmeister da seiner Hauspostille gewährte. Mit Nestlé könne er sich «nicht mehr identifizieren», sagte der 81-Jährige Peter Brabeck Ende Januar der Kärntner «Kleinen Zeitung»: «Das ist nicht mehr die Firma mit den Werten, wie ich sie hatte.» Der langjährige CEO und spätere VR-Präsident tritt bei der Generalversammlung vom 16. April
nach neun Jahren als Chairman emeritus ab: «Ich kann nicht Chairman emeritus sein und gleichzeitig überzeugter Kritiker der Strategie, die gefahren wird.» Bei seinem Abgang habe Nestlé 40 Milliarden Franken Eigenkapital und 12 Milliarden Franken Verschuldung gehabt, dann wurden Aktien «um über 100 Milliarden zurückgekauft». Deshalb könne Nestlé nicht mehr investieren. «Ich bin mit einer Politik, die von der Finanzwelt gesteuert wird und nicht von Industriellen, nicht einverstanden.»