Dieser Abgang war ganz schön abrupt. Am 10. September hat Möbel Pfister mitgeteilt, dass CEO Matthias Baumann das Unternehmen noch am gleichen Tag verlasse – aus persönlichen Gründen. Mehr Informationen dazu gab es nicht.

Was also ist passiert, dass Christoph Blochers Schwiegersohn Matthias Baumann das Möbelhaus nach vier Jahren auf dem Chefposten Hals über Kopf verlässt?

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Ärger mit Rudolf ­Obrecht

Baumann selbst will dazu nichts sagen. Die Kommunikation liege nach seiner Kündigung weiterhin beim Unternehmen, richtet er aus. Mehr, als in der kurzen Mitteilung steht, sagt Pfister auf Anfrage allerdings auch nicht.

Dem Vernehmen nach hat Baumanns Abgang jedoch einen simplen Grund: Er hat sich offenbar mit Rudolf ­Obrecht, Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats der Pfister Arco Holding, verkracht. Und keine Al­ternative gesehen, als aus Protest zurückzutreten. Übernommen hat zwischenzeitlich der Finanzchef Ivan Bosin.

Rudolf Obrecht

Gibt bei Pfister den Takt vor: Rudolf Obrecht.

Quelle: Xing

Kein gewöhnliches Unternehmen

Nun ist Möbel Pfister mit seinen 20 Filialen und den Möbelläden ­Egger, Svoboda und Hubacher kein gewöhnliches Unternehmen. Es gehört der siebenköpfigen F.G. Pfister Stiftung. Die Zügel hat allerdings der langjährige Präsident fest in der Hand. So habe Obrecht in der Stiftung und im Verwaltungsrat «seine Leute» platziert, sagt eine Quelle. Er sitzt also fest im Sattel und gebe den Takt vor. Er sei ein Mikromanager, der dem CEO zu stark ins Geschäft hineinrede. Obrecht will sich dazu jedenfalls nicht äussern.

Dass sich der Pfister-Präsident durchsetzen kann, hat er auch schon in sportlichen Gefilden bewiesen. So gewann er 2018 etwa die CEO Olympiade in Arosa, wo er sich mit anderen Firmenchefs in vier Disziplinen messen musste. Neben seiner Tätigkeit bei Pfister betreibt er seit 1995 die Rudolf Obrecht AG, die sich auf Training und Coaching von Führungskräften spezialisiert hat.

Als eine Referenz aufgeführt wird auch das Läckerli Huus, das Baumanns Frau Miriam Baumann-Blocher gehört. Dass vom Backwarenhersteller aus Frenkendorf BL künftig Aufträge an Obrechts Firma eingehen, darf bezweifelt werden.

Dieser Artikel erschien in der Oktober-Ausgabe 10/2019 der BILANZ.