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Für vier Milliarden Euro

L’Oréal kauft Schönheitssparte von Kering

Der französische Luxusgüterkonzern Kering kämpft mit vielen Problemen. Mit dem Verkauf der Schönheitssparte will er das Wachstum beschleunigen.

epa12415757 US-German model and TV personality Heidi Klum presents a creation during the Spring/Summer 2026 collection for L'Oreal Paris during the Paris Fashion Week, near Hotel de Ville, in Paris, France, 29 September 2025. The presentation of the women's ready-to-wear collections runs from 29 September to 07 October 2025. EPA/MOHAMMED BADRA

L’Oréal-Botschafterin Heidi Klum: Die deutsche Unternehmerin lief an der Fashion Week in Paris im vergangenen September für den französischen Kosmetikkonzern auf.

Keystone

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Neuer Chef, neuer Kurs: Der verschuldete französische Luxusgüterkonzern Kering verkauft seine Kosmetiksparte an die Konkurrenz, um sich zu sanieren. Für vier Milliarden Euro geht die Sparte an den französischen Kosmetikkonzern L'Oréal, wie Kering in der Nacht zum Montag mitteilte.

Seit Mitte September führt Luca De Meo Kering, er war davor Chef des Autobauers Renault. Der Verkauf soll in der ersten Jahreshälfte 2026 über die Bühne gehen. Bei den Anlegern kam die Entscheidung gut an, der Kurs von Kering stieg zu Handelsbeginn um mehr als fünf Prozent.

Kering hatte seine Kosmetiksparte erst 2023 aufgebaut, damals kaufte der Konzern die Luxusparfümmarke Creed für 3,5 Milliarden US-Dollar. Neben dem Verkauf wollen Kering und L'Oréal auch eine «strategische Allianz» eingehen: L'Oréal erhält gegen Gebühr die Lizenzen für Kosmetikprodukte und Parfüms der «ikonischen Marken» Gucci, Bottega Veneta und Balenciaga enthalten, und zwar für einen Zeitraum von 50 Jahren. Unternehmenschef Nicolas Hieronimus erklärte, diese Marken böten «enormes Wachstumspotenzial».

Kering hatte im ersten Halbjahr mit 7,6 Milliarden Euro 16 Prozent weniger Umsatz gemacht als im Vorjahreszeitraum, der Nettogewinn fiel um 46 Prozent auf 474 Millionen Euro. Die Schulden beliefen sich auf 9,5 Milliarden Euro. Die vier Milliarden Euro aus dem Verkauf sollen nun helfen, die Schulden abzubauen.

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Wegen der vielen Probleme bei Kering – vor allem bei der Kernmarke Gucci – der Börsenwert um rund die Hälfte auf weniger als 40 Milliarden Euro gefallen. Derjenige von L’Oréal ist dagegen in der Zeit um rund ein Drittel auf knapp 210 Milliarden Euro gestiegen.

(awp/dob)

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