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Klaus-Michael Kühne: Hamburger Pläne

Zuerst wars der HSV, dann Hapag-Lloyd: Nun lockt den Wahlschwyzer Klaus-Michael Kühne auch die Hotellerie.

Walter Pellinghausen

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In besseren Jahren lockte das Hamburger «InterContinental» Gäste wie Tina Turner oder Karl Lagerfeld. Der selige Altverleger John Jahr richtete später in der Herberge ein Spielcasino ein. Vor wenigen Tagen aber sperrten die Betreiber das Haus nach 41 Betriebsjahren zu. Das arg abgegriffene Interieur lockte immer ­weniger Kunden. Nun ist das Hotel im ­Visier des Logistikdienstleisters Klaus-Michael Kühne (75), hauptberuflich Steuermann des Konzerns Kühne + Nagel mit rund 20 Milliarden Franken Umsatz und Hauptquartier in Schindellegi SZ. Der Milliardär soll für 20 Millionen Euro neuer Eigentümer des Hotelkomplexes mit neun Etagen und 280 Zimmern werden.

Geboren 1937 in Hamburg, kultiviert Kühne auch nach seinem Zuzug am ­Zürichsee weiter lokalpatriotische Gefühle für die norddeutsche Metropole. Dem Fussballclub Hamburger Sportverein (HSV) finanziert der kinderlose Patron bisweilen spektakuläre Spielertransfers; zuletzt lockte Kühne-Kapital den niederländischen Internationalen Rafael van der Vaart (30) vom Londoner Klub Tottenham zurück an die Elbe, wo der Holländer früher Publikumsliebling war.

Als weniger harmonisch beschrieben werden aktuelle Fusionsverhandlungen zwischen den Reedereien Hapag-Lloyd und Hamburg Süd. Gemeinsam mit der Stadt Hamburg hatte sich Kühne bei ­Hapag-Lloyd eingekauft, als asiatische Aufkäufer die traditionsreiche Gesellschaft mit 150 Schiffen entern wollten. Die 1871 als Hamburg-Südamerikanische Dampfschifffahrts-Gesellschaft gegründete Reederei betreibt 160 Containerschiffe und gehört zur Oetker-Gruppe.

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Unter dem Dach der Dr. August Oetker bündelt die Familie mit rund 26 000 Mitarbeitenden gegen zehn Milliarden Euro Umsatz und ist vornehmlich bekannt als Hersteller von Lebensmitteln wie den traditionsreichen Backwaren und Puddings, als Bierbrauer (Radeberger) und Sekt­abfüller (Söhnlein, Henkell, Fürst von Metternich). Streitpunkt bei einer angestrebten Fusion der Reedereien ist die ­Beteiligungsquote. Während die Mehrheit für Oetker wohl diskussionslos ist, blockieren deren Unterhändler eine Sperrminorität für Kühne. 

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