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Jorge Lemann: Mit Buffett auf der Jagd nach fetter Beute

Warren Buffett und Jorge Lemann: Sollen Interesse an Mondelez haben. Keystone

Jorge Lemann hat einen Ruf als Kostenkürzer mit Fusionitis. Diese Strategie hat er bereits im Biermarkt erfolgreich umgesetzt. Jetzt scheint er das Gleiche im Nahrungsmittelgeschäft zu wiederholen.

Von Harry Büsser
07.12.2016

In der Nahrungsmittelbranche dreht das Übernahmekarussell. Die Kraft Heinz Company soll Mondelez übernehmen, wie eine sehr gut informierte Quelle aus der Nahrungsmittelindustrie weiss. Gerüchte um diese Transaktion gibt es seit Anfang November.

Treiber hinter der Übernahme soll Jorge Paulo Lemann sein, der zweitreichste Schweizer. Seine brasilianische Investmentgesellschaft 3G sei schon daran, Kapital für die Transaktion zu mobilisieren. Wahrscheinlich würde Berkshire Hathaway von Investorenlegende Warren Buffett wieder als Co-Investor dabei sein, wie schon bei der Transaktion, die Kraft Foods und Heinz im vergangenen Jahr zur The Kraft Heinz Company zusammenführte.

«Zwei Ikonen vereinen und eine Plattform für Leadership in der Nahrungsmittelindustrie schaffen», so wurde der Merger von den neuen Inhabern kommuniziert, was schon auf weitere Übernahmen hindeutete. Im Verwaltungsrat von The Kraft Heinz Company sitzen mit Lemann und Buffett auf jeden Fall zwei Ikonen, die dort Marken wie Capri Sun, Philadelphia und Ketchup von Heinz beaufsichtigen.

Harter Kostenkürzer mit Fusionitis

Lemann hat einen Ruf als harter Kostenkürzer mit Fusionitis. Er hat diese Strategie bereits im Biermarkt mit seiner AmBev erfolgreich umgesetzt. Jetzt scheint er das Gleiche im Nahrungsmittelgeschäft zu wiederholen. Dazu würde Mondelez passen, weil dort die Kosten im Branchenvergleich zu hoch scheinen. Die Gewinnmarge von Mondelez beträgt gemäss ­Finanzinformationsdienst Bloomberg nur 8,6 Prozent, während sie bei der Kraft Heinz Company bei fast 13,5 Prozent liegt.

Etwas verwirrend ist, dass Mondelez mit Marken wie Milka, Toblerone, Trident, Tuc und Stimorol erst im Jahr 2011 von Kraft abgespalten wurde. Zudem war Mon­delez im Juni noch selber als 
Firmenjägerin aktiv und hat dem US-Konkurrenten Hershey ein Angebot in der Höhe von 23 Milliarden Dollar unterbreitet – der Verwaltungsrat von Hershey lehnte ab.

Gerüchte besagten damals, es sei Mondelez vor allem darum gegangen, sich selber aus der Schusslinie zu nehmen – die fusionierte Firma wäre wohl zu gross für eine Übernahme gewesen. Auch so ist die Firma mit einem Marktwert von 
66 Milliarden Dollar kein kleiner Nachtisch. S

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