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Glencore lockt Interessenten aus Singapur

Unscheinbarer Riese: Glencores Hauptsitz in Baar, Kanton Zug (Bild: Keystone)

Der weltgrößte Rohstoffhändler Glencore plant seinen Börsengang – und weckt damit laut einem Bericht auch das Interesse von Staatsfonds aus Singapur und dem Nahen Osten. Die Risikobereitschaft des in der Schweiz ansässigen Konzerns soll gross sein.

Veröffentlicht 03.05.2011

Staatliche Investmentvehikel aus Singapur und dem Nahen Osten zeigen Interesse am Börsengang von Glencore. Das schreibt das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit Details vertraute Kreise.

Eine Preisspanne für die Aktien soll der Zeitung zufolge am Mittwoch veröffentlicht werden, dann dürften auch die sogenannten Ankeraktionäre genannt werden – diejenigen also, auf die sich das Unternehmen hauptsächlich stützt. Darunter befänden sich die staatliche Investment Corp von Singapur, aber auch der US-Fonds Blackrock sowie auch Privatbanken und Hedge-Fonds aus der Schweiz.

Geplant ist früheren Angaben zufolge die Notierung der Aktien an der Londoner Börse und in Hongkong Ende Mai. Es dürfte einer der grössten europäischen Börsengänge werden. Das Schweizer Unternehmen will mit dem Börsengang bis zu 12,1 Milliarden US-Dollar erlösen.

Risikobereiter Rohstoffhändler

Dabei ist Glencore laut einem Bericht der Financial Times bereit, grössere Verlustrisiken einzugehen als die grossen Wall Street Banken. Demnach „lag der sogenannte Value At Risk (VAR) - eine Kennzahl, die das mathematische Verlustrisiko ausdrückt - bei Glencore 2010 im Durchschnitt bei täglich 42,5 Millionen Dollar", schreibt die Financial Times Deutschland.

Die Rohstoffhandelseinheiten der Banken Goldman Sachs, Morgan Stanley, Barclays Capital und JP Morgan Chase lagen laut dem Bericht nur bei durchschnittlich 25,7 Millionen. Der höhere VAR erkläre sich unter anderem auch daraus, dass Glencore immer wieder bewusst Preisrisiken eingehe. UBS-Analystin Olivia Ker warnte der Zeitung zufolge, das Unternehmen habe noch nicht offengelegt, wie es mit Verlusten umgehe.

(tno/laf/awp)

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