Die Geschäftsidee?
Eine Lösung für die Navigation mit hoher Genauigkeit und Zuverlässigkeit auch in anspruchsvollen Umgebungen bereitzustellen, um autonome Drohnen, Roboter und andere Fahrzeuge überall einsetzen zu können.

Wie ist sie entstanden?
Wir arbeiteten anfangs an zwei unabhängigen Lösungen: einem günstigen, hochpräzisen GNSS/GPS-System sowie einer kamerabasierten Navigation für Drohnen. Während zweier Pioneer Fellowship Programs der ETH entschieden sich die Teams, ihre Technologien zu kombinieren.

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Die Vision?
Fixposition wird Marktführer für hochpräzise Navigationslösungen für autonome Fahrzeuge.

Warum der Name?
Er repräsentiert die Navigation im Zentimeterbereich. In der Community wird der Begriff «fixed» für zentimetergenaue Positionierung benutzt.

Womit erzielen Sie die Umsätze?
Im Moment hauptsächlich mit dem Verkauf von Sensoren, ein kleiner Teil stammt aus Pilotprojekten.

Die grosse Stärke?
Ein Gründerteam mit interdisziplinärem Hintergrund, unterstützt durch Führungskräfte aus Industrie und Forschung, ein einzigartiger technischer Lösungsansatz und ein grosses, weltweites Netzwerk mit direkten Kontakten zu potenziellen Kunden.

Die grösste Herausforderung?
Wie bei jedem Start-up: ausreichende Ressourcen an Investment und Personal zu finden, damit die Firma schnell wachsen kann.

Der bisher grösste Erfolg?
In weniger als einem Jahr konnten wir das erste Produkt auf den Markt bringen. Einige grosse Kunden haben sich für uns entschieden, anstatt auf Produkte der führenden Firmen der Industrie zurückzugreifen.

Das Überraschendste bisher?
24 Stunden pro Tag ist nicht genug für ein Start-up.

Der nächste Schritt?
Das zweite Produkt auf den Markt bringen: mit Computer Vision verbessertes GNSS/GPS für autonome Fahrzeuge, zum Beispiel für autonome Lieferfahrzeuge mit niedriger Geschwindigkeit.

Website: www.fixposition.com // Gegründet: August 2017 // Firmensitz: Zürich // Gründer: Zhenzhong Su (33), CEO; Lukas Meier (30), COO; Tonio Gsell (38), CTO; Lorenz Meier (35), Advisor ( ausgeschieden) // Anzahl Mitarbeiter: 9 // Umsatzziel für 2019: 1 Million Franken // Profitabel ab: 2021.

Zwei Risikokapitalisten über die Chancen von Fixposition

«Langsam vorwärtsgekommen»

Alex Fries, Alpana Ventures:

«Zentimetergenaue Positionierung ist ein heisses Thema, entsprechend viele Start-ups gibt es in diesem Bereich. Denn eine Kamera und einen Lidar-Sensor, wie sie auch Fixposition benutzen, kann man an jeder Ecke kaufen. Entscheidend sind die Algorithmen, und erfahrungsgemäss ist die ETH diesbezüglich top. Auch das Team ist fachlich super. Es hat zwar keine Start-up-Erfahrung, aber man merkt, dass der CEO den Erfolg unbedingt will. Er hat aber wegen seiner Herkunft einen starken Fokus auf den chinesischen Markt, ich bin nicht sicher, ob das der richtige Ansatz ist. Drohnen sind vielleicht auch noch ein zu kleiner Markt. Selbstfahrende Autos wären, glaube ich, der bessere Ansatz. Zumal sein Produkt nur draussen funktioniert. Aber es ist allwettertauglich, das ist wichtig. Bisher hat Fixposition nur Einmalverkäufe, keine wiederkehrenden Einkünfte. Das ist nicht sexy. Und die Sales Cycles sind mit neun bis zwölf Monaten sehr lang für ein Start-up, entsprechend langsam ist Fixposition bisher vorwärtsgekommen. Es bräuchte einen Marketeer oder Verkäufer im Team, um Gas zu geben. Ich weiss nicht, ob Fixposition eine Riesenfirma wird. Aber sie gefällt mir.»

Alex Fries

Alex Fries lebt seit 15 Jahren als Gründer und VC im Silicon Valley. Derzeit lanciert er einen Fonds mit der EPFL.

Quelle: ZVG

«Sehr spannende Firma»

Marco Rodzynek, Noah Advisors:

Die Geschäftsidee von Fixposition finde ich eine der interessantesten, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Sie skaliert auch gut. Besonders gefällt mir die Fokussierung auf Drohnen, da hat die Firma keinen Wettbewerber. Im Bereich selbstfahrende Fahrzeuge ist das anders, da habe ich schon einige Konkurrenten gesehen. Das Produkt wirkt recht ausgereift, die bisherigen Schwachstellen behebt die zweite Generation, die demnächst auf den Markt kommt.
Der Gründer macht mir einen guten Eindruck, er weiss über seinen Markt Bescheid. Aber das ganze Fixposition-Team besteht aus Techies – es fehlt jemand, der die Produkte richtig vermarkten kann. Auch das Advisory Board ist meiner Meinung nach viel zu gross, und die Fähigkeiten komplementieren sich nicht. Höchste Priorität hat jetzt die nächste Finanzierungsrunde. Da sollte Fixposition richtig Geld raisen, um ein Sales- und Marketing-Team aufzubauen und Repräsentanzen in allen wichtigen Märkten. Sonst werden sie von Wettbewerbern mit grösseren VC-Runden aus dem Markt gedrängt. Insgesamt finde ich Fixposition eine sehr spannende Firma.»

MARCO RODZYNEK

Marco Rodzynek ist Gründer von Noah Advisors, einer Corporate-Finance-Boutique für Internetfirmen.

Quelle: ZVG