Dieter Meier mag die schönen und edlen Dinge des Lebens. Seit einigen Jahren baut die eine Hälfte des Technoduos Yello in Argentinien Weizen, Soja und Kartoffeln an. Alles bio, versteht sich. Auch der Wein. Seine Bio-Tropfen erreichen mittlerweile schon mal 91 Punkte bei Parker. Die andere Passion des Bonvivants ist seine Rinderzucht. Unter der Marke Ojo de Agua (Auge des Wassers) vertreibt er zwei verschiedene Bio-Fleischsorten. Zu kaufen gibt es Meiers Entrecôtes, Filets und Huftsteaks bei Coop. Wegen der hohen Importzölle führt er allerdings nur Filetstücke ein. 90 Prozent seines Bio-Beefs bleiben in Argentinien.

Nun will Meier die Wertschöpfungskette seiner «in freier Natur grasgefütterten» Black-Angus- und Hereford-Rinder erweitern. «Deshalb baue ich in Argentinien ein Produktionszentrum auf, um mein Fleisch weiterzuverarbeiten», sagt Meier, der sich an der Expansion einer bestehenden Anlage beteiligt. «Künftig will ich Convenience-Produkte mit einem Fleischanteil von maximal 20 Prozent einführen.» Damit umgeht er die hohen Zollabgaben. Suppen, Bratensauce, Chili con Carne oder Cazuela Argentina made by Meier sollen in wenigen Monaten in den Regalen von Schweizer Detailhändlern stehen. Der Musikpionier verhandelt derzeit mit potenziellen Abnehmern. Naheliegend, dass er sich mit Coop-Chef Joos Sutter an den Tisch setzt. Auch eine Restaurantkette habe Interesse, lässt Meier durchblicken. «Ich hoffe, dass wir im Herbst 2013 die ersten Produkte liefern können.» Es ist Meiers zweiter Streich. 2009 kooperierte er für seine Fertigprodukteidee mit Gate Gourmet. Das Ganze scheiterte an einer Exportlizenz.

Meier tanzt auf verschie­denen Hochzeiten. Jüngst steckte er zwei Millionen Franken in Form einer Wandelanleihe in Precious Woods, obwohl der Produzent von nachhaltigem Tropenholz seit Jahren rot schreibt. Mit dem Wandler habe er Zeit für eine Due Diligence, sagt Meier. «Hätte ich die Aktien an der Börse gekauft, wäre das Liquiditätsproblem nicht gelöst.» Der Ausübungspreis liegt bei drei, die Aktie notiert aktuell über vier Franken. Meier hatte eine gute Nase. Allerdings kostete die Aktie zu ihren besten Zeiten 151 Franken. 

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