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Elendsindex 
Diese Länder sind wirtschaftlich top – oder flop

A group of demonstrators made up predominantly of expat Venezuelans, voice their opposition to disputed Venezuelan President Nicolás Maduro while counterprotesting an anti-U.S. intervention, pro-Maduro rally organized by ANSWER near the White House, March 16, 2019. (Photo by Michael Candelori/NurPhoto via Getty Images)
Demonstration gegen das Regime von Präsident Nicolás Maduro in Venezuela: In dem südamerikanischen Land ist Elend weitverbreitet.Quelle: Michael Candelori/NurPhoto

8 Millionen Prozent Inflation: In Venezuela herrscht die grösste Wirtschaftsmisere der Welt. Am anderen Ende steht die Schweiz.

Veröffentlicht 20.04.2019

Venezuela liegt zum fünften Mal in Folge auf dem ersten Platz des sogenannten Elendsindex von Bloomberg. In diesem Index misst die Nachrichtenagentur die voraussichtlichen Inflations- und Arbeitslosigkeitsraten in 62 Ländern weltweit.

Weitere Länder mit dem grössten Elend kämpfen ebenso wie das lateinamerikanische Land mit einer hohen Inflation sowie mit Arbeitslosigkeit. Die Länder am anderen Ende der Skala haben es eher mit einem anderen Problem zu tun: zu niedriger Inflation. 

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So ist Thailand auf dem letzten Platz des Elendsindex zu finden. Die thailändische Regierung hat es geschafft, durch spezielle Massnahmen die Arbeitslosigkeit auf ein Minimum zu reduzieren. Das Land mit der zweitniedrigsten Inflation und Arbeitslosigkeit ist die Schweiz, gefolgt von Singapur.

SINGAPORE, SINGAPORE - AUGUST 1, 2018: A night view of the city. Valery Sharifulin/TASS (Photo by Valery Sharifulin\TASS via Getty Images)
Skyline von Singapur: Der asiatische Stadtstaat ist wirtschaftlich gut in Form.
Quelle: Getty Images

USA und Grossbritannien

Auch die USA und Grossbritannien haben sich in diesem Jahr verbessert, und zwar auf die Plätze 13 und 16 der Länder mit dem geringsten Elend. 

Wie aussagekräftig die beiden Indikatoren Inflation und Arbeitslosigkeit für den Elendsindex sind, ist jedoch fraglich. Denn anhaltend niedrige Preise, das heisst tiefe Inflation, können auch ein Zeichen für eine schwache Nachfrage sein.

Die von Bloomberg befragten Ökonomen erwarten für dieses Jahr in rund der Hälfte der 62 Länder niedrigere Inflationsraten als 2018 sowie einen noch stärkeren Rückgang der Arbeitslosigkeit in den meisten Ländern.

Die niedrigeren Inflationsraten und der erwartete wirtschaftliche Abschwung setzen Notenbanker weltweit unter Druck. So haben einige Zentralbanken ihre Geldpolitik bereits wieder gelockert oder geplante Zinsanhebungen erst einmal verschoben. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Prognosen für die Weltwirtschaft in diesem Jahr wiederholt herabgestuft.

Die Problemländer

Russland etwa hat sich in diesem Jahr verschlechtert und ist nun auf Rang 17 der Volkswirtschaften mit dem grössten Elend. Neben Venezuela haben Argentinien, Südafrika, die Türkei, Griechenland und die Ukraine ihre Plätze gegenüber dem Vorjahr behalten. Sie haben weiterhin grosse wirtschaftliche Probleme und schaffen es nicht, steigende Preise und zunehmende Arbeitslosigkeit zu bekämpfen.

Doch am anderen Ende der Skala ist auch nicht alles rosig: Japans fünfter Platz täuscht etwas über die schwache Nachfrage hinweg, die es dem asiatischen Riesen erschwert, im Kampf gegen den demografischen Wandel und den globalen Handelskonflikt an Boden zu gewinnen.

(mlo)