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Eine verheimlichte Affäre kostet Nestlé-CEO Laurent Freixe den Job. Wann werden Liebesbeziehungen am Arbeitsplatz zum Problem?
Bei Freixe kamen alle Risikofaktoren zusammen: CEO-Position, direktes Unterstellungsverhältnis, Weltkonzern, mediales Interesse.
Tessy Ruppert / MidjourneyEs passierte am Montagabend nach Börsenschluss: Nestlé kommunizierte die sofortige Entlassung des CEO Laurent Freixe – nach nicht einmal einem Jahr im Amt. Der Grund: eine verheimlichte Romanze mit einer Unterstellten. Die Gerüchte rund um die Liebesbeziehung liefen schon seit längerem heiss am Hauptsitz in Vevey VD. Erst eine Untersuchung der Anwaltskanzlei Bär & Karrer brachte Gewissheit. Der Verwaltungsrat zog die Reissleine.
Der Fall zeigt: Vor der Liebe sind selbst die mächtigsten Wirtschaftsführer nicht gefeit. Doch was ist bei Büroromanzen in der Schweiz überhaupt erlaubt? Und ab wann werden Beziehungen am Arbeitsplatz zum Reputationsrisiko? Die Antwort ist hierzulande so komplex wie die Liebe selbst.
Im Gegensatz zu den USA, wo die Arbeitgeber in ihren Richtlinien festschreiben können, dass sie über Beziehungen informiert werden müssen, fällt die Liebe in der Schweiz in die Privatsphäre. Als Grundlage kommt ein altehrwürdiger Artikel zur Anwendung: die Treuepflicht nach Artikel 321 des Obligationenrechts.
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