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Aufstand gegen die UBS-Regulierung, Unmut wegen Bürokratisierung: Stefan Walter steht in einem heftigen Sturm.
Seit knapp zwei Jahren leitet der langjährige EZB-Mann Stefan Walter die Finanzmarktaufsicht Finma.
BloombergEs war eine Aussage, die aufhorchen liess. «Wir haben eine Art negatives Swiss Finish», wiederholte Finma-Chef Stefan Walter im November im «Blick» eine Einschätzung, die er im kleinen Kreis mehrfach von sich gegeben hatte. «Erst wenn die Schweiz das Too-big-to-fail-Paket umsetzt, wären wir auf Augenhöhe mit dem Ausland.»
Negatives Swiss Finish? Bislang belegen alle Statistiken, dass die Schweiz international die höchsten Eigenkapitalvorschriften hat. Die UBS etwa liegt schon heute, vor der angedrohten Verschärfung, mit Mindestanforderungen von 14 Prozent deutlich über den globalen Rivalen, die im Schnitt auf 11,5 Prozent kommen. Nur der oberste Kontrolleur sieht es anders.
Begründung, schriftlich geliefert (für ein Gespräch mit BILANZ stand Walter nicht zur Verfügung.): Die Aussage beziehe sich «auf die Befugnisse der Finma im Vergleich zu den anderen grossen Aufsichtsbehörden, nicht nur auf die Eigenkapitalvorschriften.» Jedoch: Bislang definierten alle Stellen das Swiss Finish stets über die messbare Kapitalfrage, orientiert an den Vorgaben des Basler Ausschusses für Bankenstabilität, der die globalen Kapitalstandards festlegt und dem Walter einst als Sekretär diente. Jetzt führt der Finma-Chef eine eigene Definition ein, mit Kriterien, die er erst auf Nachfrage benennt und die jede Jurisdiktion anders handhabt – und stellt die Schweiz als Finanzplatz mit zu laxen Vorschriften dar.
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