1. Home
  2. Unternehmen
  3. Datenschutz: 27'000 iPhone-Besitzer klagen Apple an

 
Datenschutz: 27'000 iPhone-Besitzer klagen Apple an

iPhones und iPad-Tablets mit Sim-Karte speichern fortlaufend Informationen über den Aufenthaltsort des Nutzers.(Bild: Keystone)

In Südkorea haben über 27'000 iPhone-Besitzer eine Sammelklage gegen Apple eingereicht. Als Grund nennen die Kläger die Bewegungsprofile, die die Geräte des Herstellers ungefragt aufzeichnen.

Veröffentlicht 17.08.2011

Rund 27'000 Südkoreaner haben den Apple-Konzern (Apple Aktie) wegen Verstosses gegen den Datenschutz in Bezug auf das iPhone verklagt. Der Anwalt Kim Hyeong Seok sagte, die Kläger forderten je eine Million Won (728 Franken) Entschädigung.

Die Sammelklage richtet sich laut Aussagen des Anwalts gegen Apple und dessen südkoreanische Vertretung. Im Frühjahr war bekannt geworden, dass das Mobiltelefon iPhone und der Minicomputer iPad langfristige Bewegungsprofile aller Nutzer speichern können. Die Kläger werfen Apple einen Verstoss gegen das Datenschutzgesetz vor. Sie forderten Schadenersatz für den «erlittenen emotionalen Schaden», teilte die klageführende Anwaltskanzlei Mirae Law mit. 

Die Speicherung dieser Ortungsdaten erntete in zahlreichen Ländern Kritik, auch in der Schweiz. Der Datenschutz will wissen, wem die Daten zur Verfügung stehen und wozu sie erhoben werden. Eine Sammelklage in gleicher Sache reichten auch Nutzer in den USA ein.

Dass er sich gegen Apple durchzusetzen weiss, hat der südkoreanische Anwalt Kim Hyeong Seok bereits gezeigt. Eine im April eingereichte Klage wegen der Lokalisierungsfunktion des iPhones brachte ihm selbst eine Million Won ein.

Schadenersatzzahlung mit Folgen

Es war das erste Mal, dass Apple Korea Schadenersatz an einen Nutzer gezahlt hatte. Der Anwalt hatte seitdem die Sammelklage vorbereitet. Würde das Gericht in Changwon zu Gunsten der Kläger entscheiden, könnte das Apple umgerechnet fast 18 Millionen Euro kosten. 

Im April hatten Forscher darauf hingewiesen, dass das iPhone sowie iPad-Tablets mit Sim-Karte fortlaufend Informationen über den Aufenthaltsort des Nutzers speichern. Apple hatte die Sammlung der Ortsdaten damit begründet, die Positionsbestimmung für Kartenanwendungen und andere ortsbezogene Dienste beschleunigen und verbessern zu wollen.

Nutzer können die Speicherung der Ortsdaten mittlerweile mit einer Software-Aktualisierung ausschalten.

(kgh/laf/tno/awp/sda)

Anzeige